100% Islam

“Wieviel Islam verträgt Deutschland? – fragt die BILD in ihrer heutigen Ausgabe.
Die Antwort ist grundeinfach: soviel wie Muslime in Deutschland leben. Theoretisch 100%.

Das muss jeder antworten, der auch nur einen Pfifferling auf das Grundgesetz und die darin verankerte Religionsfreiheit setzt. Träten am Wochenende alle Deutschen zum Islam über, ist das eben so. Fragen, wie die von Axel Springers Erben, beschädigen unsere Verfassung schleichend. Man kann nur beten, dass sie das aushält. Egal zu wem!

9 Replies

  • Ich fürchte, dass Du es Dir schlicht zu einfach machst. Nach einem Definitionsmarathon könnten durchaus Widersprüche zwischen einem entsprechend definierten Islam und unserer Verfassung auftreten. Und das ohne bösen Willen. Ob das für andere monotheistischen Religionen gilt, kann ich nicht sagen, aber auschliessen werde ich das nicht.

    Die Frage beschädigt übrigens gar nichts. Dass die Bild allerdings irgendwas positives beizutragen hat, glaube ich nun auch wieder nicht.

    • Nee nee, da verwechselst Du Intention und Perspektive: Was bedeutete denn ein Verneinen der Frage? Islam passt nicht zu Deutschland, wird er dann verboten?

      Und mit dem Grundgesetz argumentiert der Herr Wulff ja gar nicht, sondern mit einer ominösen christlich-jüdischen Tradition.

      Das Grundgesetz gilt auf dem Territorium der Bundesrepublik, egal, welcher Religion man angehört, sind da gewisse Dinge verboten — und das mit dem Definitionsmatathon kannst Du gerne mal in einem katholischen Dorf in Oberbayern führen.

  • Ich kann ja nichts verwechseln, was Du nicht schreibst. Intention und Herr Wulff sind ja wieder eigene Themen. Dieser Tradition möchte ich mich in einem eigenen Post noch mal widmen.

    Ich sage nur, dass sich Religionen oder Teile deren Regelwerke und unser Grundgesetz in gewissen Bereichen schon unterscheiden. Das die Bild so differenziert gefragt hätte, wäre mir allerdings aufgefallen. Das glaube ich nicht. Die wird auch mit Tradition und Kultur kommen. Das ist aber nicht der Punkt im Vergleich zum GG.

  • “Ich sage nur, dass sich Religionen oder Teile deren Regelwerke und unser Grundgesetz in gewissen Bereichen schon unterscheiden.” – ja, das mag sein – das trifft aber auch auf ALLE anderen Religionen zu. Allein die Tatsache, dass man sich kaum noch wundert, dass immer wieder der Islam in diese “Definitionsdiskussion” gezogen wird, das stellt ja schon keiner mehr infrage. Was nicht heissen soll, dass ich Dich mit BILD in eine Ecke stellen will, bitte nicht falsch verstehen.

    “Dieser Tradition möchte ich mich in einem eigenen Post noch mal widmen.” … bin gespannt.

  • Genau. Das ist mein Punkt. Auf “alle”, – aber eben auch auf den Islam. Ich stell mir diese Frage ja gar nicht. Ich stelle nur Deine Antwort in Frage.

    Deswegen ist “100%” nicht die einzig-mögliche Antwort. Eine anderen könnte sein “Genauso wenig wie Christentum”. Oder “Genauso viel wie Scientology”.

    • Okay – das verstehe ich. Meine aber immer noch, dass Deine Perspektive die falsche ist. Ersteinmal versteht man unter “Freiheit” das unvoreingenommene Recht auf Religionsausübung – und dann kann man sich die Frage stellen, ob einige Menschen oder Gruppen diese Freiheit wiederum beschneiden … eine Vermischung des Kulturbegriffes mit Religion ist hier genauso gefährlich, wie von Teilen des Boulevards und der Politik gewollt – da muss man ganz klar sein. Die Antwort ist also richtig: Auch wenn 100% der Deutschen Muslime wären, wäre das im hinblick auf unsere Verfassung zuerstmal grundrechtens! Und, ja, es ist jammerschade, dass man das immer wieder betonen muss!

  • Komme von einem anderen Startpunkt.

    Was muss die Verfassung regeln? Das ist erst einmal religionsunabhängig.

    Alle dürfen sich frei entfalten, dazu zähle ich auch Religion. Und frei entfalten dürfen sich alle solange nicht die Freiheitsrechte anderer eingeschränkt werden.

    Den Kulturbegriff mit Religion vermischen? Weiss nicht, was Du meinst, aber das setze ich gleich. Religion ist Kultur. Der Boulevard behauptet ja nur dauernd, das eins nicht zum anderen passt. Das ist ja gelinde gesagt Geschmackssache. (Bei Religionen aber meist dann lustig, wenn Christen gar nicht wissen, was sie so alles glauben müssten)

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