Ich Libero

Ich stelle mir vor, wie Hubert Burda und Maria Furtwängler beim Frühstück sitzen am Sonntag letzter Woche. Maria nimmt sich noch einen Schluck Darjeeling aus der kleinen Silberkanne, die Esperanza immer frisch nachfüllt. Beide sind noch ein wenig mitgenommen von der Bambi-Party, die war dieses Jahr besonders schön, und die TV-Reichweite stimmte auch.

Du, Hubert?
Ja, mein Schatz.
Der Buschido ist ja doch ganz nett.
Ja, mein Schatz, sagt Hubert leise und lächelt.

Eine Woche vorher stand ich auf den Nordhängen des magischen Millerntor und schaute Männern aus Fürth zu, wie sie den Spielfluss meiner Boys in Brown zerstören suchten. In der ersten Hälfte gelang ihnen das sehr effektiv, was Fürth mit einem Lastminute-Tor krönte.

In der zweiten Hälfte wurden wir St. Paulianer dann emotional. Bei Max Pass auf Deniz hüpfte ich auf die Schulter von Thomas, in freudiger Erwartung des Tors. Naki, jaaaa. Wir umarmten uns, tanzten ein wenig auf dem Fleck. Der Quotenrocker küsste mich auf die Wange und ich ihn zurück. Deniz Naki tanzte um die Eckfahne und kriegte sich nicht wieder ein vor Glück. Das war ein Moment purer Leidenschaft, unter Männern.

Wir waren Libero.

Ergänze