2-Komponenten Sprengstoff

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Wohin man kommt in diesen Tagen, überall nur das eine Thema: Die mißglückten Sprengstoff-Attentate und der Libanon.

Für Beirut gut, endlich ernsthaft wieder diskutiert zu werden. Hoffentlich bewegt sich da langfristig etwas mit bei den Strippenziehern in Syrien, denen nebenbei schon die Muffen gehen, ob des UNO-Mandates an ihrer Grenze. Wohl zu recht.

Ich habe das Thema in den letzten Tagen in der Bahn, zuhause in der Familie und jetzt wieder im Taxi, mit dem Fahrer diskutiert und immer wieder kommt man zu dem Punkt an dem man sich fragt, wie ein Mensch der hier lebt zu einem Attentäter werden kann. Hierzu ein eigenwilig schöner Text von Jochen Bittner bei das ZEIT:

Angenommen also, Yusuf E. hegte bei seiner Einreise nach Deutschland noch keine Terrorpläne. Ist es dann denkbar, dass der Geist eines solches jungen Mannes ganz ähnlich funktioniert wie der Zwei-Komponenten-Sprengstoff, den er und sein Mittäter mutmaßlich in die Gasflaschen stopften? Der radikale Grundstoff (die salafistische Erziehung im Heimatland) wäre für sich noch nicht gefährlich. Aber wehe, er kommt mit den falschen Elementen in Berührung (die Freizügigkeit, die Mohammed-Karikaturen, die Israelverbundenheit des Westens) – dann kann er explosiv werden.

Das, wie gesagt, wäre noch die harmloseste Lesart der gescheiterten Bahnattentate. Eine terroristische Amoktat zweier zu kurz gekommener, kulturgeschockter Retro-Moralisten, die es dem Westen einmal so richtig zeigen wollten.

Foto: flickr