ADC: “leading brands in digital war times”

Jump you fuckersEs waren viele bemerkenswerte Aspekte, an diesem ersten Kongress des Art Directors Club Deutschland (ADC BIC) zum Thema Markenführung, insbesondere kreativer, im digitalen Zeitalter, die sich näher anzusehen lohnen würde.

Einen langen und gut organisierten Tag lang, wurde im Umspannwerk in Berlin über die Herausforderungen gesprochen, die das Web 2.0 für Marken und kreative Markenkommunikation mit sich bringt. Stimmungsfetzen habe ich mit 2-3 anderen Bloggern zusammen per twitter diskutiert (von denen übrigens keiner im Saal Notiz genommen hat. Das nur so nebenbei) – hier vier davon ausführlicher:

1. Es waren wirklich viele Werber da, was man schon daran erkannte, dass vier Leute von dem Kongress twitterten, keine Steckdosenleisten-Diskussionen geführt werden mussten und das W-LAN durchgängig über eine anständige Bandbreite verfügte – eben auch weil die Leute zum Zuhören gekommen waren und nicht alle ein Macbook auf ihrem Schoß liegen hatten. Auch mal ganz angenehm – aber das nur nebenbei.

2. Die Nerds erkannte man dann recht schnell an ihren lustigen oder schlecht sitzenden Hosen (meine ausgebeuelte Jeans zähle ich jetzt mal dazu, den Marko Ahtisaari auch, obwohl er hervorragend gekleidet war – wesentlich besser als auf der reboot, aber das nur nebenbei) – und daran, dass sie gänzlich auf Kriegsrhetorik verzichteten und viel über “Liebe”, “Fantum” und “Geben” sprachen.

3. Die allgemeine Kriegsrhetorik vor allem eines Jean-Remy von Matt entlarvt dann aber auch, dass zwischen rationalem Erkennen und Verinnerlichung des Wandels Welten liegen.

So malte JRvM ein Bild der werblichen Kommunikation, das er aus der Jagd entliehen hatte. Bisher fand die Kommunikation auf der Wiese statt, dort hätte man dann die Konsumenten mit Media zu Tode gehetzt. Ein bis hierhin stimmiges Bild und ein erstes Zeichen von Erkenntnis.

Nun befinde man sich aber in einem Dschungel, in dem man quasi mit den Konsumenten “Fangen” spiele. Auf die Idee, dass Konsumenten mit Marken gar nicht “Fangen” spielen möchten und sehr bewusst Entzugs-Strategien, wie Digitale Videorekorder (Tivo) oder social networks nutzten, die werbefrei seien, ist ihm gar nicht kommen. Ein Blickwinkel, so scheint es mir, den man kaum einnehmen kann ohne sich selbst fundamental in Frage zu stellen. Vor allem wenn man 20 Jahre seine Zielgruppe “angeschrien” hat (Amir Kassaei), um ihn mit der Botschaft der Marke zu erlegen.

» lustig bis heute, diese irrationale Angst/Abscheu vor Bloggern, wobei ich seine Kritik am anonymen Kotz-bloggen teile –

ADC statement #1

4. Übrigens ist das Wort “Zuhören” – meiner Wahrnehmung nach – nicht oft im Sinne eines wichtigen Merkmals dieses viel zitierten Paradigmenwechsels gefallen. Auch erinnern die Diskussionen, wie Nico schreibt, an bekanntes von vor 4-5 Jahren (oder aus dem Frühjahr ;). Es ist aber neu, dass diese Positionen innerhalb der Branche artikuliert werden, wie bspw. von Chuck Porter (gut der ist Ami und deswegen schon länger gewzungen nachzudenken), Amir Kassaei und auch Sebastian Turner, dessen Bild von dem Orchester mir gut gefiel, das so besetzt werden muss, dass es der Komposition folgt und nicht umgekehrt (keine Kompositionen (Kreationen) zu schreiben, die viele Streicher beinhalten, nur weil man eben viele Streicher auszulasten hat).

Die Fokussierung auf das eigene System (aus Agenturen, Media-Agenturen, Medien und Kunden) zu verlassen und den Konsumenten in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen scheint mir die Essenz und die Aufgabe zu sein.

Viel Zeit bleibt da aber nicht mehr.

Draussen hagelt es, drinnen sitzen die Werber und merken, dass das Dach undicht ist! Die Realität zeichnet oft die besten Bilder #adc #bic08
05:34 PM October 16, 2008 from web
Bjoern Ognibeni

One Reply

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *