“Altona 93 ist das neue St. Pauli”

freude

Ich stehe beim Getränkehöker im Dorf. Wir beschnacken letzte Einzelheiten der Lieferung.
Neben mir steht ein älterer Mann, graues Haar, schwarzer Kapuzenpulli mit Totenkopf drauf. Allem Anschein nach ein Nachbar und ein in die Jahre gekommener Autonomer. Wir kommen ins Gespräch. Über den Stadtteil und den FC St. Pauli.

“Ich hab mir gerade eine Dauerkarte bei Altona 93 gekauft”, sagt er. “Da gibts noch echten Fußball. Ohne den ganzen Kommerz.”

Diese Ansage höre ich hier in letzter Zeit häufiger: “Altona 93 ist das neue Pauli”.

Wie das so ist, wenn ähnliche Gemüter und ewige Rivalen zu einem Testspiel Freundschaftsspiel aufeinander treffen, kann man sich heute Abend an der Adolf-Jäger-Kampfbahn ansehen, ein Stadion, das frei von der Gefahr ist, seinen Namen verkaufen zu müssen.
und gemeinsam schwelgen in alten Erinnerungen. Mit der bitteren Gewissheit (wie ich in den Kommentaren erst erfahren habe), dass auch Graswurzelfußballer zur finanziellen Sanierung ihre Seele verkaufen müssen.
Ich werde es wohl verpassen, freue mich aber immer wieder über die Tradition, das erste Spiel nach der Vorbereitung in Altona zu spielen. Eine nette Nachbarschaftsgeste und bestimmt frei von Nazis. Pure Fußballfreude.

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