Anti-Terror-Datei & Freiheit, die wir nicht verdienen

Es ist schon oft darüber gesprochen worden, dass sich -nicht nur unser- politisches Establishment allzu oft gedankenlos, auf den schnellen populistischen Effekt hin, dazu hinreissen lässt, abstruse, vollkommen unwirksame Maßnahmen aktionistisch herauszubrüllen. Ganz vorne mit dabei Herr Schönbohm aus Brandenburg, leider auch immer wieder unser Innenminister und der haarscharf am Verfassungsbruch vorbeischrammende Bayer Beckstein.

Neueste Idee, die Anti-Terror-Datei, in der nicht die Terroristen gespeichert werden sollen, die unser täglich Döner vergiften, sondern vor allem Menschen mit muslimischem Glauben. Wäre Fleisch religiös, könnte man das hier auch speichern, geht aber leider nicht.

update: Also doch, “Merkel will zentrale Anti-Gammelfleisch-Datei”

Endlich scheinen sich Teile der deutschen Blogosphäre auf ihre Aufgabe, als APO-Diskussionsebene zu besinnen.
In diesem Zusammenhang ist es immer gut, noch mal wieder den Beitrag von Benjamin Franklin zu diesem Thema zu verinnerlichen:

Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.”
(Benjamin Franklin, 1706-1790)

2 Replies

  • Also in keinem anderen Bereich des Lebens wird über die Datenhaltung so sehr gestritten wie in der Politik. “Zentrale Anti-Terror-Datei” bedeutet doch nicht automatisch, dass mehr erfasst, sondern nur dass es zentral abgelegt und schneller von einem breiteren Personenkreis eingesehen wird.
    Der Kollege aus Castrop-Rauxel muss eben nicht mehr unter Überwindung einer ungeheuren sprachlichen Barriere in Oberschwaben anrufen, um an die Daten zu gelangen.

    Meinetwegen können sie mich auch da ablegen, weil ich sehr gerne Döner esse, ein paar Brocken Russisch spreche und dank einem bundesdeutschen Terrorcamp in Oliv weiß, wie man Zimmerartillerie bedient. Ob es in der Praxis nützlich ist eine solche Datenbank mit Muslimen oder Verbalterroristen aller Art zu füllen ist eine andere Frage.

    Lasst die Leute doch ein paar Millionen Verhöre mehr führen. Die werden schon merken dass das auf Dauer keinen Spass macht.

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