Aston Villa im Parkhaus Stellingen: Ist der HSV zu stark, bist Du zu schwach

Im Parkhaus Stellingen

Es ist merkwürdig. Der Fußball da an der Müllverbrennungsanlage nahe dem Altonaer Volkspark ist anders, schneller, internationaler, wirklich schön den Herren Petric, Olic und Trochic bei der Arbeit zuzusehen.

Und doch wird einem nicht warm ums Herz.

Das liegt zum einen schon an den dumpfen Menschen, auf die man in der S-Bahn trifft. (“Bist Du eine Engländer Drecksaue? mit HSV Ultras zu Aston Villa”, via ring2@1000mikes)

Bist Du eine Engländer Drecksaue

… und dann dieser Ort. Jetzt erst weiß ich, was die anderen meinen, wenn sie vom Parkhaus sprechen. Feucht glänzender Beton überall. Schwarz-grau meliert unverputzt, umhüllt vom Duft dutzender Fettabscheider. Punktuell grell, sonst düster. Kein Einstimmen im Stadion, Minuten vor dem Spiel ist selbst die Ultra-Kurve des HSV erst zur Hälfte gefüllt. Vielleicht liegt das an Herrn Bartor, der im NDR-HSV-Fanfernsehen seinen Hamburger Weg präsentiert, um Dietmar Jakobs mit schlimmen Fragen zu nerven (“Was war ihr größtes Spiel? – Jakobs gelangweilt, “1983 natürlich”). Und dann der Schweinepop. Nee Gerrit, lass den Menschen doch mal zwei Minuten Ruhe, selbst für Lärm zu sorgen, lebendigen Lärm.

Auch in der Halbzeitpause wird man nicht für zwei Minuten verschont, graben die untalentierten Nordboyz einem gewaltsam das “Hey HSV” mit Melodien ins Hirn, die Dieter Bohlen vor Scham erröten lassen würden. Dann wird wieder gespielt (Fußball, meine ich), nachdem die Mannschaften natürlich zu Jubel und HSV-Hymne von der Platte einlaufen. Alle Viertelstunde macht es dann “GONNNG” und der Restspielzeitanzeigesponsor zeigt an, noch 35 Minuten zu spielen.

“Das ist Volksbelustigung, das wird immer schlimmer”, darf ich die Raute zitieren, die mir die Karte überlassen hat. Danke dafür nochmal. Der Fußball, der war ein feiner. Leider nicht von Aston Villa, die hatten irgendwie keine Schnitte heute, oder keine Lust.

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