Bülent Ciftlik: Die Rache der Zirkeldemokraten in der Hamburger SPD

Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Nachdem die Bürgerschaft unter Führung des CDU Senates die Volksabstimmung über das neue Wahlrecht so kastriert hat, dass nun wirklich fast auszuschließen war, dass der Wähler mächtigen Einfluss auf die Zusammensetzung der Bürgerschaft haben konnte, war die Welt der politischen Seilschaften wieder in Ordnung. Man konnte fast sicher davon ausgehen, dass sich Apparatschik-Verhalten so lohnt, wie bisher. Bei möglichst starren Wahllisten war auch die bewährte “Versorgung” bewährter Parteigenossen wieder drin. Den Aufwand, den einer treiben musste, um sich an dieser Hierarchie vorbeizuschieben, wäre wohl zu groß.

Nun ist es einem gelungen, Bülent Ciftlik. Viele Altonaer waren wohl meiner Meinung (vgl. meine Wahlempfehlung für Altona und Bülent Ciftlik), als sie ihn direkt und eben am verdienten SPD-Recken Walter Zuckerer vorbei, in die Bürgerschaft wählten.

Nun gibt es Widerstand gegen den Bürgerwillen (HA).

Auf einer Kreisdelegiertenversammlung soll heute Abend unter anderem die Abwahl Walter Zuckerers diskutiert werden. Ciftlik hatte durch sein hohes Engagement in seinem Wahlkreis die meisten Personenstimmen auf sich vereinen können und war so an dem auf Listenplatz eins gesetzten Walter Zuckerer vorbei- und in die Bürgerschaft eingezogen. Zahlreiche Parteifreunde und langjährige Weggefährten Zuckerers werfen Ciftlik unlauteren Wettbewerb vor. Er habe sich nicht an die vom Landesvorstand beschlossenen Fairnessgrundsätze gehalten.

… vor allem ist er von den Altonaern gewählt, liebe Genossen. Gewöhnt euch ruhig daran, dass ihr euch und euer politisches Handeln rechtfertigen und zu Markte tragen müsst. Das ist lebendige Demokratie und die ist, das wissen wir, gelebt dann auch anstrengend!

(Was übrigens auch für Bülent Ciftlik gilt!)

via skype

One Reply

  • Übrigens. Mir ist natürlich bewusst, dass Bülent Ciftlik als Sprecher der SPD in HH gute bis seilschaftartige Kontakte zur Hamburger Presse pflegen dürfte, was seinem Wahlkampf sicher ebenfalls förderlich gewesen sein dürfte.

    Das PR-Märchen vom neuen türkischen Obama darf man da nicht überbewerten. Für Bülent Ciftlik ist das eine Gefahr, wenn die Kollegen von BILD und Co. auf die Idee kommen könnten …

    … ich geh mir mal die Hände waschen … bin gleich wieder da.

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