Das Vodafone Dilemma


Vodafone hat für die ägyptische Regierung Propaganda verschickt. Und muss sich nun gegenüber Kritikern und vor allem Kunden, bspw mir, verantworten. Dabei kann sich Vodafone auf juristisches Terrain zurückziehen, dass diese Vorgehensweise vom agyptischen Recht gedeckt sei – und man sich eigentlich auch kaum dagegen hätte wehren können. Ganz abgesehen davon, dass die Möglichkeit, die Bevölkerung in Ausnahmesituationen über die Mobile Operator zu informieren, eine Spitzeneinrichtung ist, wenn man schnell Warnungen verbreiten will – ich denke da nur an einen Tsunami oder Atom-Unfall (GAU).

„Hütet euch vor Gerüchten“, „Bewahrt dieses Land“, „Ägypten beschützen“: Handy-User in Ägypten bekamen in den letzten Tagen Kurznachrichten wie diese aufs Telefon gesendet. Verschickt hat sie unter anderem Vodafone – auf staatlichen Befehl, wie das Unternehmen sagt. (Spon)

Allein das reicht nicht. Vodafone ist hier für Propaganda missbraucht worden, das empfinde ich zumindest so – und meine Meinung zu diesem Unternehmen wird maßgeblich davon geprägt, wie sich Vodafone hier positioniert. Betriebswirtschaftlich eine einfache Rechnung: „Prognostizierter Umsatzverlust Ägypten“, beispielsweise durch Sanktionen der Mubarak-Regierung vs. „Social Churner elsewhere“, also Menschen wie ich es bin, oder andere, die Vodafone-Produkte in Zukunft meiden, wenn sich das Unternehmen nicht energisch dagegen wehrt so instrumentalisiert zu werden. Ich bin mir sicher, dass Unternehmen, solche die wichtige Infrastruktur anbieten vor allem, diese Kalkulation gewissenhaft um den Faktor „Social Impact“ erweitern werden. Sie könnten dann zu dem Schluß kommen, dass sich moralisch einwandfreies Handeln lohnt.

Ganz abgesehen von der fantastischen Option, als vertrauensvoll von den Menschen wahrgenommen zu werden, die ihre kommunikativen Menschenrechte in Ägypten oder anderswo gerade einfordern und in ihre Hände legen.

Foto: Mobilfunktalk

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