Der innere Lobbyist – Abgeordnete in der Berufsfalle

„Das Sein bestimmt das Bewußtsein“
„Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus“ …

Wenn eine Berufsgruppe oder wenige Gruppen die Entscheidungen für alle anderen treffen, dann ist etwas faul im Staate. So viel wohl Allgemeinplatz.
Gerade wird über einen ziemlich verkopften unsinnigen Vorschlag diskutiert – endlich:

„Es ließe sich daher gut rechtfertigen, bei Finanzierungs-, Ausgaben- und Regulierungsentscheidungen des Bundestages zusätzlich eine (einfache) Mehrheit unter denjenigen Abgeordneten zu verlangen, die nicht aus dem öffentlichen Dienst stammen (Prinzip der doppelten Mehrheit).“

Ist gar nicht nötig.
Die einfach wie schwierige Aufgabe wäre es, die Verteilung der Interessen, Berufe, Geschlechter, der Alterstufen und so weiter so anzupassen, dass einnigermaßen das abgebildet würde, was man in der Realität vorfindet.

An einer strukturellen Beendigung der Vorherrschaft von Beamten, Angehörigen der öffentlichen Dienst- und wohl in eigener Sicht „Leistungselite“ – und Juristen, einer Beseitigung der Zirkeldemokratie ist ernsthaft keiner interessiert scheint es mir.

Zur Verdeutlichung ein Auszug aus der Verteilung der Berufe unserer Abgeordneten:

Vorberufe: Top-Ranking: Berufsabschnitte (33): 16. WP
Organisation/Verwaltung/Büro: Anzahl, 309 – 50,3%
Soziales/Erziehung/Geistes-/Naturwissenschaften: Anzahl, 144 – 23,5%
Ordnung/Sicherheit: Anzahl, 88 – 14,3%

Die gesamte Aufstellung (PDF)


im Vergleich:
Dienstleistungskaufleute 19 3,1%
Land-, Tier-, Forstw. / Gartenbau 13 2,1%
Warenkaufleute 10 1,6%
Schriftwerk/Künstlerische Berufe 10 1,6%
Gesundheitsdienst 9 1,5%
Ingenieure/ Chemiker/ Physiker/
Mathematiker 4 ,7%
Ernährung 3 ,5%
Elektro 2 ,3%
Metall-/Maschinenbau 1 ,2%
Verkehrsberufe 1 ,2%
Sonstige Arbeitskräfte 1 ,2%
Gesamt 614 100,0%

p.s.: Der virtueller Berater von Bundestag.de kann was. Er fand auf Anhieb die Antwort auf meine Frage. Toll.

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