Der Morgen danach und immer noch Spitze

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Schalldruck von überall her. Das künstliche Licht des Millerntor über das immer erstaunlich viele Schwaden an Zigarrettenrauch wabern explodiert geradezu. Quer und im Kreis brandet ein Jubel, den man nur orgiastisch nennen kann. Er hat keine Struktur mehr, keine Richtung. Der Druck löst sich auf, diese heisere Konzentration, die die letzte Halbestunde unsere Boys in Brown immer wieder gegen den Kanarienvogel Fromlowitz hat anrennen lassen. Fünf Ecken und doch kein Tor. Erinnerungsschlacke fühle ich ganz dumpf unten, so haben wir noch so manches Spiel verloren letztes Jahr. Dieses aber nicht.

Heute morgen fühlt es sich immer noch wohlig an. Habe wirr geträumt heute Nacht, von Orgien, ganz langsam sich entwickelnden Banden zwischen in Strapse gekleideten Menschen in einem unfassbar großen Haus. War nachher nicht mehr klar, wer welche Rolle spielt. (Schnell ist mir klar, Morgengedanken sind heute braunweiss, also zum Spiel …)

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Komisch, da will man partout nicht aufsteigen, also ich nicht, und dann läuft es plötzlich. Sie wirken ja so von Allüren befreit, als ob die Lehmanns und Asamoahs dieser Welt sie niedergedrückt haben und ein theatralischer Stanislawski, bei dem am Ende doch nur die eigene Inszenierung übrig blieb, zum Überdecken, der wird auch nicht mehr vermisst. Wie schnell das ging.

André Schubert wechselte. Und das erste Mal unerwartet, und mit Daube einen matchwinning Assistant. Toll. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass Schubert mit seinen Einwechslungen wichtige Signale setzt. Immer wieder Fabio Morena. Eine beruhigende Einwechslung, so nach dem Motto, Jungs es kann nichts passieren, den Punkt haben wir hinten sicher. Was das nach vorne für Kräfte freisetzt, das haben wir gesehen.

Eine Rüge. Gibt es von mir an die Inhaber der Business Seats auf der nördlichen Geraden der Haupt. Wo wart ihr denn? Das Leben geniessen wohl kaum, es sei denn ihr nennt Konfektionsmampfe und Freibier lebendig. Susi, Du kannst Dich schon mal drauf freuen, wir kommen nu zum Buffen zu Dir, denn Du kannst es ja nicht lassen, in Deiner doofen Arroganz, Lustobjekte an der Stange tanzen zu lassen, mit uns als Staffage. Und im Gegensatz zum Übersteiger möchte ich am Millerntor über Sexismus reden. In der Astra Lounge und beim Torjubel, wenn “der eine oder andere” die Gunst der Stunde nutzt, mal wohin zu fassen … Da geht man schon mal ausser sich – und das wäre eine Sünde gegen diesen Abend am Millerntor.

Ergänze