Der Spanier an sich mag ja keine Tiere,

… es sei denn man kann sie essen, pökeln oder quälen.

Soweit eines der gefährlichen , pseudo-gutmenschlichen Vorurteile, die man in Deutschland so gerne pflegt. In einem Land in dem es immer wieder große Aufregung darüber gibt, wenn jemand Autos zerkratzt oder Tiere aussetzt, macht die spanische Sicht auf fühlende Geschöpfe fassungslos. Meist ist es dann aber der vermeintliche Tierfreund, der zur Katasrophe auch noch maßgeblich beiträgt.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir zu unserem ersten Hund kamen, mein Bruder und ich.

Erstens durch Gequengel und durch das Ausmalen von Bedrohungen für das kleine Geschöpf – vor allem unseren Eltern gegenüber. Und wirklich wäre der kleine Hund, einer von achten eines wilden Wurfes, am nächsten Tag ertränkt worden. Wir lebten in einer Bar im damals verschnarchten Ses Covettes auf Mallorca, auf Urlaub bei Freunden. Am Strand streunerten viele halbwilde Hunde herum, die in der entbehrungsreichen kurzen Zeit ihres Lebens genau zu unterscheiden lernten, wen es lohnte anzuschlecken und anzuwinseln: deutsche Touristen. Sie sahen verzottelt aus diese wilden Mischlinge und niedlich trotteten sie hinter dir her.

Wir beschlossen eines dieser Welpen mitzunehmen nach Deutschland. Hier gibt es das nicht, das Problem von streunenden Hunden, die ja noch da sind, wenn der Urlaub dann mal zuende geht, es Winter wird.

Tier.TV hat sich des Themas angenommen und eine Reportage darüber gedreht, wie es auf Mallorca zugeht. Ob das so reisserisch hätte angetrailert werden müssen, ob die Perspektive nicht allzu eindimensional ist, kann und muss man diskutieren. Genauso, wie die kulturelle Sicht auf den Umgang mit Tieren und den Respekt davor.

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