Die Leiden des Lukas Podolski

… und das Konzept Nation stellt sich selbst in Frage.

Es sei ihm egal, ob Lukas Podolski verhalten sich freute, ob er sich überhaupt freute, Hauptsache er schiesst die Tore, das Freuen übernehmen dann schon wir, hat Oliver Bierhoff sinngemäß gesagt. Das trifft wohl die Gefühlslage der meisten Deutschlandfans. Ein wenig komisch ist das aber schon, denkt man darüber nach. Richtig greifbar wird der emotionale Konflikt, als Lukas zu seinem Vater in den polnischen Block geht, nach dem Spiel in einem polnischen Trikot. Man kann ihn sich eben auch auf der anderen Seite vorstellen.

Umso schöner diese Bilder, auch von dem holländischen Sir Beenhacker, der sich von der so rückwärts gewandten Springer-Chauvi-Peinlichlkeit deutlich distanzierte. Sowieso denkt der Schelm in mir an eine gewollte Steilvorlage des polnischen Arms des blutroten Boulevards für die deutsche BILD. Ein Fest, dass diese Form der schlimmen Emo-Hetze nur noch 140 dumpfe erreicht, die die Schweizer wie Käse eingelocht haben.

2 Replies

  • Den Doppelpass spielt Bild doch auch mit Hürriyet.- Wohl dem der mit sich selbst die Auflage steigern kann.

  • Dennoch schön anzusehen, wie rein medial das bleibt. Kein Wunder, dass die Auflage immer weiter sinkt, wenn sich BILD vom wirklichen Boulevard so weit entfernt hat. Und natürlich kann man einen Zusammenhang zwischen den 140 Nazi-Hools und der Hetze in den Springer-Blättern ziehen – ich wette der olle Springer würde sich im Grab umdrehen …

Ergänze