Die Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff und ich

Nationalmannschaft-Bus Hamburg

Ich bin ein bemitleidenswerter Leser-Reporter. Da gehe ich eben am Side-Hotel in Hamburg längs, an einem Ü-Wagen der Kollegen von N24 vorbei, schaue ein wenig die Straße hinauf und erblicke dabei den Bus der Nationalmannschaft.

Eine Situation, die sich je jeder Blogger wünschen sollte. Endlich mal was aus erster Hand, was womöglich auch andere interessiert. Ich mache also meine Fotos, vom Bus, die Spieler frühstücken wohl noch.

Dann drehe ich mich zum gehen und erblicke Oliver Bierhoff. Gedanken und Bilder schießen mir durch den Kopf. Bilder von seiner Hineinwechslung, sein Ausgleichstor gegen die Tschechen, das ich noch wichtiger fand, als das goldene. Ich habe nachgeschaut, es war die 74. Minute 1996.

Bilder meines Freundes und seines Namensvetters Oliver, der in seiner Wohnung ein EM-Studio eingerichtet hatte. Auf dem Weg zum Klo hatte er 2 oder 3 Fernseher aufgestellt, und darauf auch einen. Einen kleinen schwarz-weiss-Kasten, auf dem die Spieler nur sehr schwer vom Gegriesel zu unterscheiden waren, wegen des schlechten Empfangs. Immerhin, so habe ich es nicht verpasst.

Deutsche Nationalmannschaft ihr Bus

Ich stellte mir vor, ich würde mit ihm heute morgen ein “Rueckwærts TV”-Interview machen, wie einst mit dem Videopunk. Würde ihm das alles erzählen und hoffen, dass er sich vielleicht ein wenig freut. Doch dann war ich vorbeigegangen, und ein umdrehen und ansprechen ging nun nicht mehr. Die magische Sekunde, in der wir uns in die Augen gesehen hatten, war vorbei. Ich hatte sie an meine eigene Erinnerung verschwendet.

Ich bin ein erbärmlicher Leser-Reporter.
zum Glück waren ja die Kollegen von N24 vor Ort.

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