duplicate content, der Berliner Kurier, ein Mantel für die Mopo und wieso denn kein SEO für Print?

Morgenpost, Berliner Kurier

Als ich Mitte 2003 begann in Berlin zu arbeiten und ich jeden Tag den Berliner Kurier lesen konnte, viel mir als Hamburger sofort die Verwandtschaft zur Hamburger Mopo auf. Nicht nur war das Format ähnlich, auch die sanfte Selbstironie, die durch das Blatt und die Texte fließt, war mir vertraut. Ich mochte den Kurier sofort, seine konsequente Ost-Sicht genauso, wie das Überdrehen der Bush-o-phobie bei seinem erneuten Wahlsieg. Allein der Berliner Kurier hat weniger studentische Leser, als die traditionell im Uni-Milieu verbreitete Mopo. Ein Potenzial, das sich aber auch in Berlin durchaus heben lassen könnte – das nur nebenbei. Auch der bedingungslose Regionalbezug ist bei beiden Boulevard-Blättern ähnlich. In Hamburg noch wichtiger, will man von jemand anderem, als von Springers Erben informiert werden.

Heute, wie schon immer, in Hamburg wie in Berlin ist der Sport in der Stadt eigentlich das Wichtigste, die Kulturkalender, der Stadtteiltratsch über lokale B-Promis. Große Kultur findet man weniger in beiden, genauso, wie internationalen Gossip. Den dann meist kommentiert, denn recherchiert.

So ist es nur konsequent, wenn beide Boulevardblätter in Mantelthemen, wie dem internationalen Panorama kooperieren. Der kommt bei der Mopo aus Berlin und führte an der Griegstraße zu Unmut. Zu Unrecht, denn Konkurrenz droht der Mopo lokal. Dem Hamburger Abendblatt mit seiner immer besser werdenden Berichterstattung über den magischen FC beispielsweise, kann man nur durch konsequente Lokalberichterstattung sich vom Leibe halten. Von der BILD ganz zu schweigen.

Wirkt dann doch aber komisch, wenn man beide Mäntel dann nebeneinander liegen hat.
Als Randbemerkung: Aus SEO-Sicht auch bemerkenswert, dass sich der Artikel nur auf dem Angebot von BerlinOnline findet. Die Mopo kriegt wohl nur den duplicate content ;(

disclaimer: der Autor hat BerlinOnline von 2003 bis 2007 beraten.

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