Ehre, wem Ehre gebührt, Alter!

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Das, was hier (bitte zum besseren Verständnis dessen, was hiernach kommt lesen. Auch wenn es weh tut) wie eine Hausarbeit in Gemeinschaftskunde, zehnte Klasse anmutet, ist genau das Gegenteil dessen, was es befördern möchte: Ehrlos und dummerhaftig.

An die Stelle des Leistungsdenken tritt das Anspruchsdenken. Die Erfolgreichen werden zu Glücklichen oder Gaunern, die ihren Erfolg nicht verdienen und den weniger Glücklichen oder einfach nur Ehrlichen etwas schulden. Die Folge ist ein Anspruchsdenken aller gegenüber der Gesellschaft. Der zentrale Wert demokratischer Gleichheitsethik ist der Neid. Eine solche Gesellschaft ist auf Stillstand oder Verfall programmiert. Die Rückkehr zur Leistungsgesellschaft führt über die Rehabilitation der Ehre.

Komischerweise will mir zum Begriff Ehre nie das Wort Mehrheit, Lesitung oder Elite einfallen. Ehre ist etwas subjektives, oder besser:

„Die Ehre ist, objektiv, die Meinung anderer von unserem Wert und, subjektiv, unsere Furcht vor dieser Meinung.“

– Arthur Schopenhauer –

Versteht man, lieber Sascha Vetterle, die Ehre als von anderen, gleich gesinnten, – manchmal gleichzeitig geborenen, anderswo gleich beidfüßigen oder gleich hässlichen Menschen gegeben, dann funktioniert ihr ganzer schöner Artikel nicht. Leistung wird geehrt. Ja, immer.
Ob das dann allerdings die Mehrheit tut, zahlt auf ihre persönliche Ehre nicht ein, Deine Mudda!

Mir ist kaum ein anderer Begriff untergekommen, der schlechter geeignet ist für eine politische oder gesellschaftliche Argumentation. Vielleicht noch die Würde.

„Die Ehre ist — die Ehre.“

– Gotthold Ephraim Lessing: Minna von Barnhelm –

… weil sie eben gefühlt werden muss. Dummerweise von anderen.


Zur besseren Einsortierung sei hier ein Artikel des Sascha Vetterle im Magazin “jung & liberal” zitiert:

Da wir in einer Gesellschaft leben, die den politischen Kampf pazifiziert hat, geschieht dies nicht mehr durch die physische Ausrottung der Minderheit, sondern, zwar subtiler, aber nicht weniger allumfassend, durch deren Umerziehung.
Alle sollen gleich denken, gleich handeln, gleich leben.

Sowas, da fehlen mir die Worte. Hätte mich bis eben, wenn unbedingt nötig als linksliberal bezeichnet. Das ändere ich jetzt ob dieses Gedankenmülls, dem von der gefährlichen Sorte.

4 Replies

  • Nunja. Sascha Vetterle ist selbst indes kein Linksliberaler, sondern ein Wirtschaftslibertärer (besonders radikaler Wirtschaftsliberaler).

    Als Politaktivist mit FDP-Parteibuch ist er schon öfter mit knalligen bis beknallten Thesen aufgefallen.

    Der Herr Sascha Vetterle fühlt sich übrigens vom “Meinungsterror” all derjenigen bedroht, die nicht so denken wie er.

    Eine empfindsame Seele.

  • Soweit mir bekannt ist, bloggt Vetterle unter diversen Projekten (z.B. “freedomwatch”) und in multiplen (politischen) Persönlichkeiten.

    Zudem ist der Vetterle ein emsiger Aktivist und Propagandist eines radikalen wirtschaftslibertären Netzwerkes, welches ausgesprochen viel und intensiv bloggt.

    Was er nicht bloggt, das bloggen dann Leute wie “Rayson”, “Boche”, “Statler”. Und Vetterle versucht, teils sehr seltsame Positionen dann in der FDP zu bzw. in außenpolitischen Kreisen bis hin zum Think-Tank-Gewese zu propagieren.

    Teils hat er sich Vetterle mit dem Gedanken an eine radikale sowie neurotisch pro-amerikanische “liberal-konservative” Wirtschaftspartei beschäftigt.

    Aber, nun, da fehlte es wohl an Mitstreitern. Inzwischen kann sich Vetterle auch bestimmt kaum noch erinnern.

    Vetterles drei Motti sind:

    1. Lang lebe der Neoliberalismus!
    2. Lang lebe der kriegerische außenpolitische Neokonservatismus!
    3. Wer nicht rechtsorientiert ist, der ist nicht mein Freund!

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