Virales Gammelfleisch (Spam)

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Gut geführter viraler Wahlkampf kann spannend sein. Wie spannend das allerdings auch gehörig nach hinten losgehen kann, erfuhr die FDP in diesen, doch so wichtigen, Tagen per Abmahnung (mal anders herum).

Virale Videos bspw. werden, so nennt das der Fachvirologe, “geseedet“, also an besonders themennahen Stellen im Netz unter die Bevölkerung gemischt, in der Hoffnung, dass sich der Virus so schnell wie möglich verbreitet. Das ist eine kritische Phase, denn ähnlich dem Schlüpfen von Schildkrötengelegen gehen viele noch so schöne Videoviren am ersten Tag zugrunde. Da brauchen sie noch nicht mal so blödsinnig sein, wie der Schauspieler Sky Dumont, der für die FDP in Hamburg viralen Wahlkampf machte.

Natürlich will die Viren versetzende Agentur ihren Lieblingen einen guten Start ermöglichen, und schiesst dabei des öfteren über das legale Ziel hinaus. Unaufgefordert zugesandtes Virenmaterial ist nämlich Spam.

Nun ist Spam, also Werbung per unverlangter Mail, illegal. Und wer mit falschen Absendern und erfundenen Fürsprechern für sich wirbt, kann nicht erwarten, dass die Botschaft authentisch rüberkommt. Schade, wenn eine Partei, die Recht und Gesetz propagiert, solche Wahlkampfmethoden verwendet.

Hannos (Mein) Anwalt hat Anfang letzter Woche als Antwort eine Abmahnung an die FDP Hamburg verschickt, was zu der oben zitierten, heftigen Reaktion führte. Die von der Partei beauftragte Kanzlei war besonnener und hat offenbar schnell erkannt, dass der Fall eindeutig war: Die FDP Hamburg hat die Abmahnung noch vor Fristablauf akzeptiert.

Wie viraler Wahlkampf funktioniert, wie polemisch platt und dennoch filigran man das steuern kann, sieht man derzeit bei DIE PARTEI.

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