Fußball, Umarmung, männliche Zärtlichkeiten – je offener, desto homophober? Oder andersrum? #schwul

hetero schwul

Die Nationalmannschaft qualifiziert sich mal wieder – aktuell für die EM 2012. Und Jogi Löw ist wieder Thema in den Google-Suchphrasen, die diese Postille erreichen (Ist Jogi Löw schwul?). Die These, die ich damals rezitierte, nämlich, dass viele Männer gerade in Fußballstadien geradezu intim und zärtlich werden und deshalb das Schwulsein so tabuisiert wird, damit man sich das verdachtsfrei auch erlauben kann, erhält Aktualität in einem Artikel bei Stefan Niggemeier über den Aufreger von Oliver Bierhoff über den Tatort neulich. Ich möchte einen Kommentar von ihm hierherzitieren, weil er gut beschreibt, welch perfider Logik Heten* hier folgen.

– genau deshalb muss Homosexualität doch im Fußball so tabuisiert werden, damit man als heterosexueller Mann “gefahrlos” andere Männer drücken und sogar küssen kann. Man kann das auch in jugendlichen Subkulturen oder in südländischen Kulturen sehen: Je stärker Homosexualität tabu ist, umso eher können Männer miteinander Arm in Arm herumlaufen.
Das ist schlimm, aber logisch.

* der Autor ist bekennender heterosexueller Fußballfan und hat schon Männer umarmt und geküsst. Außerdem findet er Brunnemanns Bauchnabel und Florian Bruns Beine auch hübsch, Dazke Momo fürs drauf Aufmerksam machen.

4 Replies

  • Aus DIE ZEIT:
    “Bierhoff suggeriert, man müsse die “Familie der Nationalelf” vor Homosexualität schützen. Solche Ressentiments, verbreitet über die größte deutsche Boulevardzeitung, können für ein gesellschaftliches Klima gefährlicher sein als brachialer Schwulenhass in der Fankurve. Denn wie in den Tagen nach der Veröffentlichung im Boulevard ersichtlich ist: Bierhoffs Sätze werden von Medien kaum erkannt und eingeordnet. Viele Lesben und Schwule sind dagegen verletzt und empört. Das Internetportal Queer.de verlieh dem Manager die Homo-Gurke.”

  • An dem Tag, da Fussballer freundlich zurück weisen, ungefragt als “heterosexuell” eingestuft zu werden und da Fussballreporter nicht mehr “Das ist was für die Frauen!” (klar, kann es auch sein, aber nicht ausschließlich) sagen, wenn ein Sixpack sich entblößt, wurde was erreicht – Bierhoff belegt nur den fortschreitentenden Erfolg evangelikaler und katholizistischer Propaganda, die von Merkel bis Mappus allorten reproduziert wird.

    • Kann es auch sein, das Frage ich mich bei dieser verdwatschten Formulierung die ganze Zeit, dass Bierhoff hier krass mißverstanden wurde, oder sich ausdrückt. Das klingt so merkwürdig, dieser Familienbegriff.

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