Ghana: Der klügere gibt nach …

… und hungert.

Zum Nachdenken und diskutieren anregen möchte ich durch dieses Zitat zum massenweise Export von Geflügelresten (90.000 t) nach Ghana und die Hilflosigkeit der Regierung (aus dem Afrika Spezial der FR):

“Ich weiß nicht, wie wir das Problem lösen sollen”, sagt Anna Nyamekye, die stellvertretende Landwirtschaftsministerin. “Ihr bezahlt eure Bauern doch dafür, dass sie billig exportieren können.” Versuche die Regierung, dem einen Riegel vorzuschieben, werde sie von außen gestoppt. “Natürlich ist das Erpressung!”, ruft Nyamekye. “Wissen Sie, warum Venezuela sich wehren kann? Weil es Öl hat. So würden wir es gerne machen.” Dann lacht sie, weil sie weiß, dass sich mit Ghanas Kakao wohl kein Handelskrieg gewinnen lässt. Hilfe aus Europa ist auch nicht zu erwarten: Die EU-Kommission ließ wissen, die Afrikaner sollten froh sein, dass sie so billig an proteinhaltiges Fleisch kommen.”

— via
— weitere Konversationen hierüber bei s-w

2 Replies

  • Aus der FTD:

    “Und wie sollen sich arme Länder eigentlich entwickeln, nötige Importe bezahlen, wenn ihre eigenen Ausfuhren plötzlich das Stigma des Umweltfrevels erhalten? Seit Jahren ist es ein – völlig richtiges – Mantra aller Entwicklungspolitiker und Dritte-Welt-Aktivisten, dass insbesondere die hiesigen Agrarmärkte für die Produzenten aus Afrika, Lateinamerika und Asien geöffnet werden müssen. Nun fordern teilweise dieselben Leute, dass der verantwortungsbewusste Europäer sein Obst und Gemüse allenfalls noch aus dem übernächsten Landkreis beziehen darf.

    Bereits Salat aus Spanien gilt jetzt als anstößig, Spargel aus Peru ist ebenso Sünde wie Äpfel vom Kap oder das T-Shirt aus Pakistan. In der schönen neuen Klimawelt kauft der Deutsche – seines Zeichens Exportweltmeister – nur noch deutsche Bananen.

    Tourismus steht erst recht auf dem Treibhausindex, obwohl er teilweise sogar zu einem Motor des Umwelt- und Naturschutzes in Entwicklungsländern geworden ist. Sylt statt Seychellen heißt der neue Slogan, denn der Fernflugverkehr belastet das Klima.

    Was mit den Menschen (und der Natur) der Seychellen geschieht, wenn dort der Tourismus ausbleibt, der heute knapp ein Drittel der Jobs sichert und 70 Prozent der Deviseneinnahmen erbringt, interessiert da weniger. Für sie sinkt ja langfristig das Überflutungsrisiko.”

  • Gegendarstellung zu Quiuek:

    “Um ein vielzitiertes Beispiel zu nennen: Auf die Einfuhr von Kaffeebohnen wird weniger Zoll erhoben als auf die Einfuhr von gemahlenem Kaffee. D.h. sobald die Dritte Welt nicht nur Rohstoffe, sondern Rohstoffe plus Verarbeitung anbietet, wird sie mit Handelsbeschränkungen bestraft.”

    Ist ein wenig komplizierter, wenn man die Rohstoff-Frage mit einbezieht …

    Von hier:

    http://www.s-and-w.de/?p=2119#comments

    Die Diskussion da drüben ist richtig gut!

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