Günter Netzer for (Bundes-) President

Gestern fragte mich Herrmann Schmidt, Hofberichterstatter des FC St. Pauli, wen ich denn als neuen Bundespräsidenten mir wünschen würde. Nun, noch haben wir ja einen – und je mehr sich die vierte Gewalt ineinander schraubt, um sich ihre Macht zu demonstrieren, desto mehr hoffe ich, dass Wulff bleibt.

Aber nehmte ich dann doch an, ich könnte den Bundespräsidenten berufen, wäre also eine Art Ein-Mann-Bundesversammlung, dann käme für mich nur Günter Netzer in Frage. Geboren 1944 in Mönchengladbach ist er quasi ein Vorzeige-Trümmerjunge und hat die soziale Marktwirtschaft mit der Muttermilch aufgesogen. Mit ihm verbindet man keine Skandale, trotz schlimmer Fotos aus der Jugend ist er der einzige Mann, der ohne Hals sexy aussehen kann.

Wulff trägt ohnehin seine Frisur in der uninspirierten Hannover-Variante. Nun wählte ich das Original.

Der wichtigste Vorteil allerdings wäre, dass Günter Netzer bei seinen Ansprachen endlich einmal verstanden würde. Wir würden die großen politischen Zusammenhänge verstehen. Warum die Spanier die neuen Holländer sind zum Beispiel. Oder wieso die dänische Regierung ihren rassistischen Libero nicht aufgeben mag – und wie veraltet die politische Spielweise der Engländer sei – so wie die Portugiesen: ein Starensemble ohne Mannschaftsgeist.

Interviews gäbe es immer nur mit Gerhard Delling. Kai Dieckmann bliebe sicher von Anrufen eines Bundespräsidenten Günter Netzer verschont.

Je mehr ich darüber nachdenke …

Ergänze