“Halt mal kurz” – Karl Heinz Schwensen

Ich habe lange Erinnerungen an N … äh Karl Heinz “Kalle” Schwensen. Tja, so lange ist das jetzt her.

Es war Ende der 80er Jahre. Auf dem Kiez herrschten noch deutsche Luden, die GmbH, die Nutella-Bande und Stefan Hentschel. Kalle Schwensen hatte einen Klub, das “Top 10”, in dem sich alle trafen. An einer Extrabar, rechts hinter dem Eingang. Da saßen die Wirtschafter und Huren und hielten Hof.

KHS stand immer mal wieder alleine an seiner Tür, die Sonnebrille auf der Nase. Gefährlich wurde das erst, wenn er seine Brille abnahm. In dem kleinen und engen Gang vor dem Klub gabs dann auch mehr als eine gebrochene Nase. Einmal stand ich dumm im Weg und wurde zum Brillenhalter auserkoren. Nach 2 Minuten war alles vorbei – als Lohn bekam ich eine Klubkarte, die heute noch sich unter den Dingen befindet, die ich aus meinem Vorleben vor meiner Frau verberge.

Endgültig Heldenstatus bei uns 18-Jährigen erhielt der Kerl, als er angeschossen auf der Bahre das Victoryzeichen seinen Möchtegernmördern medial entgegen schleuderte. Alle, aber auch alle weiteren Auftritte in der Boulevardlandschaft sind schadlos an diesem Mythos vorbei gegangen. Nahezu.

Es sind also wirklich die kleinsten Probleme, die der MC da hat, wenn er nur von seinem Anwalt hört. Er sollte sich freuen, nicht von Kalle’s Freunden besucht worden zu sein. Also, halb so schlimm, nur das so schön verspaakte Bild, des St. Pauli-Heroen, das will nicht mehr sein. Ist zerfallen, abgemahnt für immer.

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