Hamburg: Hausbesetzung als Bürgerpflicht?

Wie eine Perlenschnur reihen sich die Glasbeton-Bauten an die Elbe. Die erste Reihe ist voll, nun ist die zweite dran. Die Häuser an der Elbtreppe sollen weichen, genauso, wie die Bäume am Hang davor, die den Hafen-Blick versperren für die Mitglieder des Hamburg Business Club. Das Altonaer Museum soll geschlossen werden – was dort entsteht, im Herzen des teuersten Pflasters Hamburgs? Bezahlbarer Wohnraum wohl kaum. Altona wird verscherbelt. Zuletzt im Visier der Investoren: Die Seefahrtschule

Ich brauche zu diesen Beispielen Altoaner Wohnungs- und Baupolitik keine 10 Minuten zu Fuß, und habe dabei das benachbarte Schanzenviertel (aktueller Anlass für diesen Artikel), St. Pauli, das Gängeviertel oder die Hafencity gar nicht erwähnt. Kein Zweifel: Hamburg ist investorenfreundlich und menschenfeindlich geworden – wenn Investitionen und Eigentum nur noch spekulieren. Und kann Widerstand zur Pflicht werden.

Die Besetzung des Hauses „Julius 40“ am Schulterblatt kann ich als bürgerliche Notwehr interpretieren, wenn nachhaltig und systematisch gegen das grundgesetzliche Verpflichtungsgebot von Eigentum verstoßen wird. Büroraum zu Wohnraum ist dann nur logische Fortsetzung einer bürgerlichen Befreiungsbewegung?

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