Ich hab Orthorexie, keine Leidenschaft ist wie sie

Nervöse Orthorexie oder Othorexia Nervosa ist eine Kultur-Krankheit. Nun, eigentlich kann gesunde Ernährung nicht krank machen – und deshalb erfindet man ein Leiden, das eine Mischung aus Verhaltensstörung und Spleen daher kommt. Im besten Falle, im schlimmsten stempelt eine gefährliche Allianz aus Food-Herstellern und Fast-Food-Konsumenten reihenweise Aktivisten und Konsumenten von Bio-Produkten zu armen Irren.

Orthorexie wird als eine ausgeprägte Fixierung auf die Auswahl von „gesundem“ und der Vermeidung von „ungesundem“ Essen verstanden. Ob es sich dabei um eine Krankheit oder lediglich um einen „aufwändigen“ Lebensstil handelt, wird daran gemessen werden müssen, zu wie viel Leidensdruck dieses Verhalten führt. Orthorektisches Verhalten könnte andererseits als Bewältigungsstrategie für eine zu Grunde liegende schwerere Essstörung im Sinne einer „Ausstiegsdroge“ gesehen werden.[3] Nach dieser Auffassung würde mit der Feststellung einer Orthorexia nervosa lediglich ein Befund erhoben und der Diagnose „schwerere Essstörung“ zugeordnet.

Auch für den Fall einer eigenständigen Erkrankung existiert noch kein anerkanntes System zur Diagnose der Orthorexie. Folgende Kriterien gelten als Anhaltspunkte:[4]

* Die Störung dauert über einen längeren Zeitraum an.
* Es gibt bedeutende negative Auswirkungen auf die Lebensqualität des Betroffenen, z. B. soziale Isolation.
* ständiges Kreisen der Gedanken um das Essen
* Schuldgefühle, falls vom Ernährungsplan abgewichen wird
* Gefühl der Überlegenheit, Missionierungseifer, um andere von seiner Ernährung zu überzeugen.

Es wird diskutiert, ob zu einer Diagnose der Orthorexie auch die Präsenz zwanghafter Persönlichkeitszüge notwendig ist.[5][6] Der fließende Übergang von normal zu krankhaft hat viel mit dem Konzept der Persönlichkeitsstörungen gemein.

Während die Anorexia nervosa eine quantitative Essstörung ist, wird die Orthorexie als eine qualitative Essstörung beschrieben. (wikipedia)

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