kaioo – first impressions

Okay, meine Neugier war größer, als meine Abneigung gegen ellenlange Regstrierungen.
Vielleicht kann man eben nicht immer nur schimpfen, über die Datenschutzproblematik bei US-social-networks, wie facebook, und dann bei der ersten Hürde die Flinte ins Korn werfen, wenn andere so begeistert sind und in der Tat die Idee, ein soziales social network zu starten, dass eben seine Gemeinnützigkeit schon in der Unternehmensform führt, eine bestechende ist.

Nach der Eingabe erscheint bei kaioo ein gewohntes Bild an Features.
Profile, ein “Wer hat mich angesehen”, wie bei Xing, Gruppen, Diskussionen …

… ja Diskussionen, die gibts es dort irgendwie noch keine. Auch keine erkennbaren Gruppen und Projekte von denen ich mir vorstellen könnte, dass an die irgendwann mal irgendwelche Einnahmen gehen.

Also ich finde die Idee mit der Matchliste ziemlich genial. Das funktioniert natürlich erst richtig, wenn mehr Leute angemeldet sind (was ja hoffentlich passiert ;-) ).

… sagt da ein User und beschreibt das Henne-Ei-Problem jeder Community, wie ich ja letzlich auch mit Lieblnk erfahren musste.

Versuche mir auch vorzustellen, dass ich als attraktive Frau an einer ernsthaften Diskussion teilhaben möchte und andauernd von lechzenden Datingbörsen-Nomaden per Matchlist angemacht werde.

Welche Matchoptionen möchtest Du für Ximena Mercedes J. auswählen
kennenlernen
Treffen
Eine Beziehung starten
Eine Affäre starten

… das geht doch ein wenig arg durcheinander so ohne inhaltlichen Fokus. Worum geht es hier überhaupt? Eine Orientierung fällt da sehr schwer und ist über die Funktionen nicht zu ermitteln.

Vielleicht hilft ja ein Blick auf die Diskussionen in meiner Heimatstadt. Vielleicht etwas zur Wahl, eine Initiative, eine Bürgerinitiative?
Fehlanzeige. Da wird fröhlich und vollkommen unmotiviert in einer Gruppe hochgezählt (Erster) oder olle Fragen gestellt (St. Pauli oder HSV), als ob das überhaupt eine wäre. Ein einziger macht mal einen Vorschlag für eine “Soziale Gruppe” und die bewegt sich haarscharf an der Grenze zur Werbung:

In bin nebenberuflich im Network-Empfehlungsmarketing tätig. Es geht um etwas, was jeder braucht und dabei können durchschnittlich 20-25% Kosten eingespart werden.
Es geht um teuere Stromkosten, die wie in den Medien derzeit berichtet wird, noch teurer werden sollen. Hier biete ich Euch die Möglichkeit, die auch Verbraucherzentralen mehrfach vorschlagen: Wechseln zu einem günstigeren Stromanbieter.
Die durch einen Anbieter-Wechsel entstehende Provisionen, werden ich Kaioo als “Spende” zukommen lassen.

Es reicht eben nicht aus sich auf die grüne Wiese zu stellen und zu rufen “wir sind die Guten, kommt her und vernetzt euch”. Es fehlt eklatant an einem klaren Fokus. Menschen brauchen eine Idee, einen Zweck.

Mein Rat: Neustart. Ladet NGOs und kleiner Initiativen ein. Baut einen Grundstock an Inhalten und Diskussionen, die einem Neuling zeigen, Hierum geht es uns. Ansonsten macht der thematische Wildwuchs und die überquellende Langeweile der Trolle eure schöne Idee kaputt. Ganz zu schweigen von den Horden geiler Männer, die mal froh sind sich nicht immer als Frau ausgeben zu müssen, um umsonst Frauen anschleimen zu können. Sorry Mercedes.

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