zoomer.de geht offline – überlasst es doch einfach euren Usern

zoomer.de wird eingestellt – ein gutes Jahr nach seinem Start wird ein ambitioniertes Projekt beendet. Unser Portal geht Ende Februar offline.

… lautet das wenig schmuck- und schonungslose Excerpt einer Meldung in eigener Sache. Viele Kritiker werden sich dagegen bestätigt fühlen.

Auch, wenn ich mich damals wohl irrte, als ich zoomer zum Schmetterling wünschte, stehe ich der Idee hinter zoomer.de immer noch positiv gegenüber. Egal von wem initiiert, finde ich Experimente in Richtung User-einbeziehenden Journalismus wünschenswert, auch wenn man sie immer auch besser machen könnte.

Mich irritiert da etwas anderes. Warum überlässt man das Portal nicht seinen Nutzern? Wenn der kurze verlegerische Atem verbraucht ist, könnte sich zoomer.de doch mit einem Verlagsangestellten, quasi als User-Vorsitzendem weiterführen lassen, das Experiment sozusagen in eine weitere Phase sich begeben.

Das geht freilich nur, wenn zoomer.de es geschafft hat, in den letzten 12 Monaten eine einigermaßen treue Nutzerschaft aufzubauen. Das erscheint mir in Sachen Nachrichten im Web 2.0 immer mehr die Kernfrage zu sein: Kann man um das Format “Nachricht” an sich eine Community aufbauen?

Sieht man es pessimistisch, ist mit dem Niedergang der netzeitung und nun zoomer.de eine klare Tendenz erkennbar.

8 Replies

  • @pepe Ich auch. Seit ich newsvine in den USA starten gesehen habe, seit Rivva meinen täglichen Blog- und Medienkonsum mit steuert und mit meinen bescheidenen Erfahrungen in Sachen http://lieb-link.de – meine ich, dass Nachrichten-Communities funktionieren können. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob sie ein weiteres formatierendes Element brauchen. Lokalität oder ein Thema, wie newskick.de bspw.

  • Pingback: www.lieb-link.de
  • Erstmal Danke für die Verlinkung. Allerdings halte ich die User-basierte Weiterführung für keine so gute Idee. Aus folgendem Grund:
    Wenn man schon so etwas wie einen Meinungsmacher einbaut, müssen die dort auftretenden “Macher” auch wirklich eine fundierte Meinung vertreten, die sie nacher in der Diskussion auch kompetent vertreten können. Siehe zB David Harnasch: wenn der Über Nahost redet, kann ihm so schnell keiner das Wasser reichen. Allerdings hab ich Bedenken, dass das auch User-geführt so sein wird und nicht doch eher in Parolen endet…

  • an der Idee ist das portal nicht gescheitert. Viel mehr an der komplett überdimensionierten redaktion (wozu eigentlich?). ich zähle da über 30 leute – mit produktion und sales sind es ääh, sowas um die 50.
    http://www.zoomer.de/news/impressum
    welcher titel (egal ob online oder print) kann sie das leisten?

    Ähnlich wird es meedia ergehen. hat glaube ich, der turi oder irgendjemand bei kress schon beim launch vorausgesagt.

Ergänze