London riots …

Der Aufstand der Ungebrauchten.

Genau das haben wir auf der #mlove11 diskutiert, der Kapitalist Butcher und ich.

“There will be a price on my head”, sagte Mike Butcher nach einer unserer Sessions auf der #mlove11 und meinte damit, dass die Personalisierung in der digitalen Welt sich dahin weiterentwickelt, dass unsere Kaufentscheidungen und persönlichen Vorlieben nicht nur Ziel von Werbung sind, sondern unsere Persönlichkeit selbst einer Aktie ähnlich mit einem Preis versehen werden kann. Eine Entwicklung, die ich auch befüchte und bei der viele von uns sich wundern werden, was für einen Ramsch ihr Leben darstellt, monetär gesehen.

Und was war das i8m Kern in London? Der Aufstand der Ungebrauchten, der menschlichen Penny-Stocks, der abgeschriebene Ich-AGs, für die jeder Montag ein schwarzer ist.

ZEIT ONLINE: Sind die Unruhen in London ein Teil der Suche nach neuen Modellen jenseits des Kapitalismus?

Žižek: Nein, ganz bestimmt nicht. Ich teile da auch nicht die Bigotterie vieler Linker, die im selben Atemzug die Gewalt verdammen, in dem sie für Verständnis für diese Leute werben – etwa was soziale Ursachen anbelangt. Nein. Was man hier sieht, ist genau die post-ideologische Gesellschaft, wie die Neoliberalen sie so gerne wollten. Zygmunt Bauman war auf dem richtigen Weg, als er von der Randale unbrauchbarer Konsumenten sprach. Es handelt sich um enttäuschte Konsumenten, die einer perversen Form des Konsums, einem Karneval der Zerstörung, nachgehen. In viel schlechteren Situationen haben es Menschen geschafft, sich politisch zu organisieren, was hier vollkommen misslang.

Ich verstehe von Politik ja nicht viel, aber das klingt in meinen Ohren plausibel. Der Unterschied zwischen neo-konservativen und linken Positionen wären dann die Konsequenzen, die wir aus dieser Erkenntnis ziehen?

Ergänze