„Menschen raus!“

„Wenn sie weiter im Internet ihre Fahrscheine koofen, dann verlieren wir unsere Jobs“, sagte einmal eine Bahnschaffnerin zu mir, als ich ihr mein Online-Ticket vorlegte. Damals war die Reservierung online noch kostenlos. Ein effizientes Mittel, die Sparsamen von den Schaltern weg, hin zur digitalen Fahrkarte zu locken. Nun, das waren noch Zeiten. Welche in denen der Aufschwung noch bevorstand. Nun wird es hektischer, Mehdorn und Co. haben keine Zeit, den eleganten Weg zu gehen. Nun hilft nur noch die Brechstange.

Überhaupt, wenn man sich die Beschwerden und Geschichten der Bahnkunden anhört, dann liegt das ja wohl fast immer am Personal, das da so satt, verträumt und doof gekleidet, sich selbst auch in den verschwurbelten Tarifen nicht zurecht findet. Erst kapiert keiner der Reisenden die Automaten, weswegen man altgediente aber unwillige Bahnbeamten daneben stellt, um Service zu heucheln (alte Bahn, Verwaltungsansatz). Nun soll man dafür auch noch zahlen (neue Bahn, Verwaltungsansatz). Dummer Bahnkunde, wenn Du schlau wärst, würdeste online buchen. „Können wir doch nix dafür, dass die gierigen Bahnschaffner das EBITDA versauen“, meint man ebenfalls zu hören (Neue Bahn, NeoCon-Ansatz – womit die Verwandtschaft zwischen Neocon- und Verwaltungsattitude bewiesen wäre ;).

Überhaupt folgt man da einem Trend. Auch in Fußballstadien braucht man bald keine Menschen mehr. Schon gar nicht von Auswärts. Die Zukunft liegt im Digitalen, da findet auch eine Revolution statt Kinder. Eine von der sich Mehdorn und die DFL das Gleiche versprechen: Gewinn.

Übrigens, die Schaltergebühr hat ein Gutes. Wenn alle Bahnkunden, die nun eingesparte Schaltergebühr aus zwei Hin- und Rückfahrten nehmen (10 EUR) und freiwillig an die Stromkonzerne überweisen, dann können wir die AKWs doch noch vom Netz nehmen.

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