Mit einem Unentschieden wäre ich ja schon zufrieden gewesen

konstaniert

“Mir würde ja schon ein Unentschieden reichen”, witzelte ich noch auf der Hinfahrt zum Bremer Weserstadion. Das erreichten wir dann auch zusammen mit hunderten weiterer Paulifans ca. 20 Minuten später. Auf dem Weg zum wirklich schön gelegenen Stadion an der Weser schallte es bereits aus 10’000 Paulikehlen in die klamme Bremer Nacht.

Angekommen besorgten wir uns Karten und wuselten uns in den Block 32, luscherten über die Ballustrade ins Rund und sahen gerade noch den Ball im Bremer Tor zappeln. Toll, so konnte das weitergehen. Tat es aber nicht.

Die Wahrnehmung war bei allen dort an diesem Abend dieselbe. Bremen kämpfte, Pauli krampfte. Über die Spielzeit entwickelte sich so etwas, wie ein Zerrspiegel. Man wollte, dass die Grünen da unten die eigenen wären, so sehr erinnerten sie uns an die Paulianer letztes Jahr. Ja, eben gegen Bremen!

Schlüsselszene des Spiels war die Auswechslung von Ivan Klasnic. Da sangen alle 15’000 im Stadion seinen Namen. Minutenlang ging das so und war von uns auch als milde Form des gemeinen, aber aufmunterenden Pfiffes zu verstehen.

Als es dann nach aufreibendem Gehacke in die Verlängerung ging, war uns klar: Hier gewinnt heute die bessere Mannschaft, oder unsere.

Beim Elfmeterschiessen wurde dann im Zeitraffer noch einmal der Spielverlauf abgespult – irgendwie harmonisch und stimmig. Konzentrierte Bremer scheiterten nur einmal am sehr guten Borger, Meggle und ausgerechnet der harm- und planlose Charles Takyi verschossen. Das Mitleid, das ich da empfand macht mich ratlos. Wut ging aber nicht, dafür wurde zu deutlich, dass diese Paulianer nicht mehr sich selbst vertrauen. Auch das Tor herbeisingen hilft dann nicht mehr.

Auf der Nachhausefahrt wurde dann überlegt, was man denn machte, wenn der Mannschaftsbus an einem vorbeiziehen würde. “Arsch ans Fenster”, meinte Uwe. Gesichtet haben wir ihn nicht, waren aber alle einverstanden.

Hoffe die Spieler lesen nicht nur “ihre eigenen” Verlautbarungen, sondern lassen sich das Kämpfen noch einmal von Stani erklären. Denn ein “Doch der Spielverlauf gab wesentlich mehr her. Beide Teams zeigten von Beginn an eine couragierte Leistung.” habe ich da nicht gesehen gestern bei Werder.

Das empfinde ich nämlich als höhnisch, oder als Halloween-Scherz.

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