Fofftein an der Alster

Fofftein, das sind in Hamburg die 15 Minuten am Vormittag, wo in die Sonne geblinzelt und die ersten Stunden des Tages vorsichtig begutachtet werden dürfen. An guten Tagen wünscht man sich ein Weiter-so, an schlechten tröstet einen, dass noch was geht, noch soviel Tagewerk vor einem liegt. Magische 15 Minuten voller Muße.

Zeitungsverkäufer bei einer Pause. Auf einer Bank zwischen Rathausmarkt und Binnenalster. Hinz und Kunzt ist die übrigens beste Obdachlosenzeitung, die ich kenne:

Heimat und Arbeit für Obdachlose

Hamburgs größtes Beschäftigungs­projekt für Obdachlose möchte Woh­nungslosen durch Hilfe zur Selbsthilfe wieder Chancen einräumen und eine Perspektive geben. Viele hundert Ver­käufer haben mit Unterstützung unserer Sozialarbeiter eine Unterkunft oder Wohnung gefunden. Fast genauso wichtig wie eine Wohnung ist eine Arbeit: Bei uns können die Verkäufer etwas dazuverdienen. Sie lernen, Ver­antwortung für sich zu übernehmen, da

sie die Zeitung erst kaufen müssen, um sie dann weiter­zuverkaufen. Das stärkt das Selbstbewusstsein und gibt ihnen einen festen Platz in der Gesellschaft. Soziale Kontakte lassen sich ohne Geld und ohne Dach über dem Kopf nur schwer pflegen. Beim Verkauf und auch im Vertrieb entstehen viele Gespräche mit Kunden und Kollegen. Das schafft Brücken zwischen Menschen, die sich im Alltag sonst kaum begegnet wären.

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