Noch einmal nach Marstal

Wege sind etwas komisches, denn sie führen ja nicht irgendwohin, sondern auf etwas herum. Eigentlich mag ich das Gefühl sogar, mich auf Wegen zu bewegen, die Menschen und andere Ochsen schon seit Jahrhunderten begehen. In Maasholm gibt es ein Museum, nein, eher eine Ausstellung. Sie ist neben einem Naturerlebnisspielplatz für Kinder und zeigt die drei verschiedenen Wege, wie die Schlei sich den Weg zur Ostsee bahnte, oder ja, eher umgekehrt. Der dritte bekannte Weg, Schleimünde, ist ein künstlicher Schleiausgang. Auch ein Zeichen unserer Zeit.

Die Wikinger haben sich schon mit ihren Schiffen über Schleswig in die Eider gewuchtet, um in der Nordsee Angst und Schrecken zu verbreiten. Heute sind es radelnde Frühpensionäre, die in ihrer griechischen Form ebenfalls Panik zu verursachen in der Lage sind.

Mein Wikingerboot besteht aus Kunststoff und ein gehöriger Teil meines Wesens will einfach nicht einsehen, warum die Saison schon vorbei sein soll, wo der Sommer so kühl und der Herbst so warm und wohlig ist. Ich träumte heute Nacht davon, noch einmal in diesem Jahr in Marstal anzulegen, noch einmal die 30 Seemeilen über die Ostsee, noch einmal Hot Dog mit Ristet Pølser und zum Nachtisch ein Softis mit Fløde.

Dann kann der Merkelsche Winter kommen. Ich habe meine Petroleumheizung von Bord in unseren Keller gestellt. So haben wir in strengster Zeit immer einen Raum warm. €€€

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