Oh, Champs Elysée

Pokal

“Oh, Champs Elysée” hallt es durch das AllianzArena, wenn Franck Ribery ein Tor schießt. Weil er Franzose ist. Hamit Altintop, der nur stottert, wenn er vor der Kamera steht und nicht vor dem Tor, auch vor keinem braunweissen, der bekommt die Münchner Freiheit zu hören.

Weil es keine deutschen Schlager gibt, die die Türkei besingen? Zumindest ist mir keiner bekannt. Und mit der Realität hat der Boulevard da in Paris ja auch nichts mehr zu tun, also der besungene. Seelenloser Touri-Nepp. Ein Pfad, auf dem wir uns auf St. Pauli ja erst begeben, das Verschlagern von Seele bei gleichzeitiger Ermordung des lebendigen Selbst. Harburg und Fröttmanning sind sich doch sehr ähnlich, und Herr Meeske muss genauso aufpassen, wie Herr Schreiber, dass St. Pauli, der Stadtteil wie der Verein, ihnen nicht zu ähnlich wird – dann will sie nämlich keiner mehr bespringen – für das Quentchen Sehnsucht, das uns allen zusteht nach fünfeinhalb trostlosen Tagen Pflichtsiegen.

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