Parentale Euthanasie?

Wenn die Nachricht der kommenden Elternschaft ein wenig sich gesetzt hat, dann schwant einem schon bald, dass hier etwas existenzielles geschieht. Etwas, dass einen Erwachsen werden lässt, ohne Gnade. Ein irreversibler Prozess.

Das beginnt schon damit, dass es “Die Schwangerschaft” nicht gibt. Urplötzlich drängen sich Fragen auf, deren Beantwortung man nur unter seelischem Vorbehalt geben kann. Bspw. die Frage nach dem Tun, wenn sich herausstellt, dass das Kind wohl behindert zur Welt kommen wird.


In unserer Gesellschaft ist Glauben Privatsache. Die Auseinandersetzung mit Werten wird, dann wenn es persönlich wird, eben auch subjektiv existenziell.

Ich war zum Glück nicht in dieser Situation.
Wäre ich es, könnte ich nicht versprechen, die vorher zurecht gelegte Antwort, die mich und mein Gewissen in Zeiten des persönlichen Umbruchs beruhigen sollte, eher als fest einzementiert zu sein, auch vollziehen zu können. Nämlich, das Kind zu behalten.

Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass es eine subjektive, adhoc in seelischer, existenztieller Not getroffene Entscheidung des Einzelnen (Paares) ist, ob ein als behindert diagnostizierter Foetus überleben soll.
Jede verallgemeinernde Mahnung oder Anweisung greift hier nicht mehr. Die Konsequenzen sind die Kumulation von einzelnen Wertabwägungen. Wertvoll und endgültig.

Vgl. Sueddeutsche Magazin, Foto: Sueddeutsche Magazin

One Reply

  • Parentale Euthanasie

    Mit einem Fragezeichen hinter o.g. Überschrift beschäftigt sich ringfahndung mit der Frage, wie er es wohl halten würde wenn … Die letzte mir bekannte Statistik sagte, dass keine 3% aller Menschen mit Behinderungen mit einer solchen ge…

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