Bloggen: “Peepshow mit Gespräch” – eine Definition von Sven Regener

Leider bloggt Sven Regener nicht mehr. Das hat er mir damals am Telefon deutlich gesagt. Das war übrigens auch so um Weihnachten rum.
Dummerweise haben die bei Berlin.de die Blogs von damals gelöscht, weswegen ich sehr froh war, als ich einige der Texte hier wiederfand.

Beispielsweise der ersten Text, bei dem es auch um Herrn Knüwer ging:

Das blogg ich ab.

Okay, ich muß mich hier erstmal reinfinden. So gegen den 3., 4. Oktober dürfte ich mich eingewöhnt haben. Dann endet diese Aktion.
Schlimm.

Habe vorhin die ersten Kommentare auf meinen ersten Eintrag gelesen, der nur ein Testeintrag war und sonst nichts. Das ist mir alles zu viel. Nicht schlimm, nur zuviel. Kriege ich sofort Hemmungen. Das ist ja wie Peepshow mit Gespräch! Habe daher beschlossen, ab sofort keine Kommentare zu diesem Blog mehr zu lesen. Allen anderen seien sie allerdings empfohlen. Und sei es nur aus Unkenntnis.

War auf dem Kudamm. Kam am Geschäft von Villeroy & Boch vorbei und mußte dabei an Udo, unseren früheren Busfahrer, denken, der immer, wenn er aufs Klo ging, sagte, er ginge jetzt auf die Villeroy-und-Boch-Ausstellung. Später ein Interview mit dem Spiegel, von dem man noch nicht genau sagen kann, ob es gebracht wird. Aber sehr nett. Hab wahrscheinlich zuviel geredet. Und zuviel Quatsch. Mache ich immer.

Erik Hauth von Berlin Online schrieb mir zur Einstimmung: “Wichtig hierbei ist vielleicht noch der Hinweis, dass es sich beim Bloggen schickt, auf andere Blogs einzugehen.”
Das kommt mir komisch vor. Da muß ich erstmal drüber nachdenken.

Im Großen und Ganzen ist es aber, soviel schon mal als Frucht ersten Nachdenkens verraten, ein Zeichen der Zeit, daß das Selbstreferentielle und auch das Sich-nach-innen-wenden der subkulturellen Identifikationsmodelle immer offensiver wird, denn, soviel habe ich auch schon mitbekommen, daß die Blogger wohl eine geschlossene Gesellschaft sind oder sowas. Jeder bloggt für jeden und jeder gegen alle. Alte Kumpel und so.
Thomas Knüwer zum Beispiel bloggt für’s Handelsblatt die folgenden Zeilen aufs virtuelle Papier:

“Nach den eher enttäuschenden Weblogs des “Stern” (die vielleicht ja noch besser werden) erreicht mich gerade die Nachricht, dass noch jemand, der wunderbar mit Worten jonglieren kann bloggen wird: Sven Regener und die Mannschaft von Element of Crime.
Element of Crime ist, das sei für die Nichtwissenden ergänzt, eine wunderbare deutsche Gruppe, die herzverbiegende, romantisch-schräge Musik zu Gehör bietet. Regener ist ihr Sänger und Trompeter. Und er ist Bestsellerautor mit den Werken “Herr Lehmann” und “Neue Vahr Süd”.”

Tja, und dann zitiert er den Quatsch aus unserer EOC-Website von wegen ein Blog wird kommen usw., um dann unten drunter noch zu schreiben:

“Vielleicht macht Regener ja nach dem 4. Oktober noch weiter, dann hätte Klein-Bloggersdorf die Hauskapelle, die es verdient.”

Dazu sind drei Sachen zu sagen:
1. Thomas Knüwer ist ein herzensguter und feiner Mensch, von dessen Sorte es ruhig mehr geben könnte.
2. Das könnte ihm so passen.
3. Beachten Sie den Begriff “Klein-Bloggersdorf”. Da ist der – zugegeben ironisch gebrochene – Zweifel am eigenen Tun doch schon subtextuell unterlegt.
Starker Begriff: subtextuell unterlegt. Da könnte ich jetzt stundenlang drüber nachdenken.

Zur Strafe ohne Abendbrot ins Bett.

Ergänze