Problembär 2.0 zensiert: Kurt Beck verhindert Titanic Titel

Problembär
Ich kenne Kurt Beck nicht, lebe auch nicht in dem Land, das er regiert. Darüber kann man jetzt froh sein, oder auch nicht. Einerlei. Auf jeden Fall sieht dieser Herr Beck einem gewissen Bruno zum verwechseln ähnlich. Fand die Titanic Redaktion und brachte ihn auf den Titel.

Dieser Titel der aktuellen Titanic ist jetzt allerdings zensiert worden. Per Einstweiliger Verfügung. Zumindest weiß ich jetzt, dass Herr Beck Satire nicht mag.


Also nicht wundern, dass der Beitrag über den Problembär 2.0 vom vergangenen Dienstag nicht mehr erreichbar ist.
Foto: Kurt Beck Symbolbild, via Flickr

wikipedia weiß dazu:

Jedes Heft wird vor der Veröffentlichung von der Rechtsanwältin Gabriele Rittig überprüft. Dennoch zogen zahlreiche Titanic-Scherze Strafanzeigen und Unterlassungsklagen der zumeist prominenten Opfer nach sich. Von 1979 bis 2001 wurden insgesamt 40 Gerichtsverfahren gegen Titanic angestrengt und 28 Ausgaben verboten. Erfolgreich klagten unter anderem Apple Deutschland, Johannes Rau, Friedrich Merz, Benjamin von Stuckrad-Barre, Gerhard Zwerenz, Evelyn Künneke, Hans-Joachim Kulenkampff und Björn Engholm (die von Engholm erstrittene Schadenersatzzahlung in Höhe von 40.000 DM brachte Titanic zusammen mit den mehr als 190.000 DM Anwalts- und Gerichtskosten an den Rand der Insolvenz).

Helmut Markwort scheiterte dagegen vor Gericht gegen Titanic, ebenso wie achtmal die Katholische Kirche: Viermal wegen Verunglimpfung des Papstes, dreimal wegen Religionsbeschimpfung und einmal fühlte sich der Bischof von Fulda, Johannes Dyba, beleidigt.

Der langjährige Mitarbeiter Eckhard Henscheid fasste die Rezeptions-Erfahrungen der Titanic-Redaktion in seinem Buch Erledigte Fälle (Zürich 1991, S. 201) so zusammen:

„Wie ständige Mitarbeiter seit der Gründung des Satire-Journals im Jahr 1979 zur Genüge wissen, rennt da Kritik, Polemik nach rechts fast immer offene Türen ein – solche nach links (oder was immer sich dafür hält) hat dagegen und trotz aller bisherigen didaktischen Übungen der Redaktion mit Blindheit, Unverstand, Vorwürfen bis hin zum Verrats-Verdikt zu rechnen.“
Derzeit verklagt der SPD-Vorsitzende Kurt Beck die Titanic.

8 Replies

  • naja,,,,

    ich weiss zwar nicht, was daran witzig sein sollte, ich finde es nicht besonders komisch.

    dies hat nichts mit satire zu tun. die kombination aus “BILD & TEXT” geht zu weit.

    macht sich hier etwa eine art “bild-zeitungs-mentalität” breit.

  • Hallo Gregor,

    was das Girl von Seite eins betrifft und meinen manchmal von Dritten schwer nachzuvollziehenden Humor, ja. Absolut Bildzeitungsniveau hier, manchmal. Dann aber immer mit Augenzwinkern und ohne “kruden Anspruch”.

  • Ach und zum Inhalt:
    Herr Beck muesste das IMHO aushalten. Ich bin ja immer schnell auf der Seite der Verunglimpften, und ein ganz großer Feind der Menschenhetze a la BILD. Das hier und auch der Titel der Titanic haben nichts mit Hetze zu tun!

    Das ist bei der Titanic immer so herrlich überzogen, dass das nun wirklich keiner Ernst nehmen kann. Auch keiner, der, wie bei Blogs bspw., durch Google zufällig auf den Namen stößt.

  • Das Titelbild war selten hässlich, was natürlich auch am dargestellten Subjekt gelegen haben kann, das will ich gar nicht ausschliessen. Ob man sowas zensieren lassen muss oder besser souverän über so einem Sturm im Sommerloch stünde, wird Herr Beck wohl selbst am besten wissen. Daß er damit der Titanic zu einem x-ten Frühling verhilft und den neuen Chefredakteur EV-technisch entjungfert hat, ist ein netter Nebeneffekt.

  • “von hetzte habe ich nichts gesagt. satire ist ok, aber nicht so.” D

    ie Geschmacklosigkeit ist doch ein Stilmittel der Satire! Satire ist ihrem Wesen nach nicht gemäßigt, sondern eine wilde, beißende Bestie.

    Wo liegt das Problem? Satire darf alles! Und dass es die Persönlichkeitsrechte verletzt halte ich für ein Gerücht; schließlich ist es ganz gewiss nicht ernst gemeint.

  • Naja, vielleicht sollte ich nicht von Geschmacklosigkeit reden, sondern vielmehr dich zitieren: Das zu weit gehen gehört dazu!

  • da wurde wieder ein unnötiger aufstand gemacht, um von wichtigen dingen abzulenken!
    im ausland ist die presse noch viel schärfer in ihren formulierungen!
    ich finde es eher ein skandal, das parteimitglieder der Regierungsparteien losgezogen sind und die schon ausgelieferten exemplare mit parteigeldern aufgekauft haben, um ihren möglichen kanzlerkandidaten zu schützen.
    wann begreift ihr, dass ihr von den großen parteien nur verascht werdet?
    die regierungen machen einen fehler nach dem anderen und die folgekosten dieser misswirtschaft tragen dann wir als steuerzahler und ihr wählt weiter spd oder cdu. man was seit ihr blöd!!!

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