Samir für St. Pauli – für ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht

„Weil Samir nur „geduldet“ ist, darf er Hamburg nicht verlassen. Bei Auswärtsspielen braucht er eine Extra-Genehmigung. Wenn die Duldung endgültig abläuft, muss Samir innerhalb von wenigen Tagen in ein Flugzeug Richtung Aserbaidschan steigen.“

Aufgebracht und alarmiert durch einen Spiegel-Artikel habe ich mit meinem Blogposting und der Facebook Gruppe „St. Pauli für Samir“ versucht zweierlei zu bewirken:

1. die mögliche Abschiebung von Samir zu verhindern
2. über eine Petition an die Hamburger Bürgerschaft eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung für Samir und seine Familie zu befördern

Erst mit Auskunft der Ausländerbehörde am 9.2. wurde offiziell erklärt, dass eine Abschiebung akut nicht bevorsteht – seine Duldung um ein weiteres halbes Jahr ausgesprochen wurde.

Eine Abschiebung ist gegenwärtig nicht beabsichtigt. Nach der geltenden Rechtslage kann allerdings kein Aufenthaltsrecht gewährt werden, sodass der Aufenthalt weiterhin geduldet werden muss. Inwieweit durch zukünftige gesetzliche Regelungen ein Bleiberecht möglich sein wird, bleibt abzuwarten.

Ich lese in der Antwort der Behörde eine gewisse Hilflosigkeit heraus, dass sich die derzeitige Rechtslage zu ändern hat, will man Kindern wie Samir den Dauerstress einer immer-wieder-Duldung ersparen – und das ist das Ziel, das mich nach wie vor anspornt, bei aller Selbstkritik, ob man hier zu aktionistsisch gehandelt hat. Meiner Ansicht nach ist es nachrangig, dass Teile der Fanschaft des FC St. Pauli, ich eingeschlossen, die Abschiebungsgefahr akuter deuteten, als sie tatsächlich war. Wichtig ist, dass die Politik in Hamburg sich Flüchtlingen und ihren Kindern gegenüber grundlegend ändert. Kinder wie Samir oder Yesim, die hier aufwachsen und zur Schule gehen, die hier Freude und Freunde in Sportvereinen gewinnen (meinetwegen auch woanders als beim FCSP ;), müssen sicher sein, dass sie sich hier eine Zukunft aufbauen können!

„Familie Machmoudov bedankt sich ausdrücklich bei allen für die bisherige Unterstützung – auch durch Euch, liebe Fans.
Damit Ihr gemeinsam mit der solidarischen Öffentlichkeit, weiterhin das Ziel eines dauerhaften Aufenthaltes der Familie unterstützen könnt, werden wir Euch an dieser Stelle über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.“ – schreibt der FCSP in seiner Stellungnahme – und ich schließe mich dem an.

5 Antworten

  • Ich habe am Wochenende ein Schreiben der Behörde bekommen, wo mir mitgeteilt wird, dass meine Eingabe eingegangen ist und diese jetzt vor dem Eingabeausschuß vorgetragen wird. Dieser Sitzungstermin ist nicht öffentlich und ich werde über das Ergebniss informiert.
    Wann dieser Termin ist, teilte man mir nicht mit.. noch nicht!
    Schön zu sehen, dass in der Süd ein Banner hierzu gespannt wurde! So soll und muß es sein…

    • Meine Eingaba hatte die Nummer 50/11 und die von Joe Unverlierbar die 75/11. Wenn ich das richtig überschlage müssten wir an einem Tag 10% des Jahresaufkommens an Petitionen erreicht haben ;)

      p.s. das Banner habe ich verpasst, grr, haste ein Foto?

  • Nee, leider kein Foto. Das Phone wärmte sich zu der Zeit in meiner Tasche ;)
    Mit meiner Nummer 58/11 liege ich zwischen Euch. Wäre heiß darauf, zu erfahren, was da jetzt genau so vorgetragen wird… Und wie der Ausschuß darüber entscheidet, bzw. wie ernst das genommen wird…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.