Schreibers Wahrheiten

Die Hamburger Polizei ist wahrlich nicht als linksextrem bekannt, und deswegen darf man besonders aufhorchen, wenn sie sich in der Mopo offensichtlich und deutlich gegen die womöglich taktischen Wahrheiten des Markus Schreiber stellt:

„Es gibt dort keine erhebliche Beschwerdelage“, so Polizeisprecher Mirko Streiber zur MOPO. Markus Schreiber hatte von dem Gebiet rund um die Kersten-Miles-Brücke von einem „Angstraum“ für Anwohner gesprochen. – lese ich in der Mopo und nehme an, dass Herr Schreiber spätestens damit unhaltbar geworden ist.

2 Replies

  • Nicht nur Markus Schreiber sagt, dort sei ein angstraum entstanden. Zitieren wir doch einmal die Polizei:

    Darstellung der Deliktslage im Bereich der Kersten-Miles-Brücke

    Unterhalb der Kersten-Miles-Brücke nächtigen bzw. wohnen seit mehreren Jahren obdachlose Personen. Die Zusammensetzung dieses Personenkreises und die Anzahl der angetroffenen Personen unterliegen einer ständigen Fluktuation. Neben den lebensälteren, ausländischen Obdachlosen halten sich dort zunehmend junge Personen, die der Punkerszene zuzuordnen sind, auf.

    Die Polizeilichen Maßnahmen des PK 14 (Anm.: Polizeikommisariat 14, Caffamacherreihe) für den Brennpunkt beschränken sich im Wesentlichen auf die, zur Aufklärung und Verfolgung von Straftaten, erforderlichen Maßnahmen und die Benachrichtigung des BOD (Anm.: Bezirklicher Ordnungsdienst) bei festgestellter Vermüllung.

    Durch sichtbare, massive Verwahrlosung dieses öffentlichen Raumes und damit verbundenen, negativen Senergieeffekte kommt es zu empfindlichen Störungen des Sicherheitsgefühls der Anlieger, Passanten und Touristen. Verstärkt wird die Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls durch Straftaten / zum Teil schwerwiegende Straftaten, deren Begehung in mehreren Fällen eindeutig der, unter der Kersten-Miles-Brücke aufhältigen, Personengruppe zugeordnet werden konnten.

    So wurden hier in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt drei gefährliche Körperverletzungen durch Randständige und Punker begangen.

    Des weiteren kam es in dem in Rede stehenden Bereich zu einer Körperverletzung mit Todesfolge unter Randständigen und zu einer schweren Körperverletzung. Bei letzterer wurde die Matratze eines schlafenden Obdachlosen durch einen alkoholisierten Randständigen angezündet.

    Vom 01.01.2009 bis zum heutigen Tag wurden drei Sexualdelikte durch diese Personengruppe begangen. Es kam zu einer Vergewaltigung, einer versuchten Vergewaltigung und einer exibitionistischen Handlung.

    Weiter sind im näheren Umfeld der Kersten-Miles-Brücke mehrere Raubstraftaten / Eigentumsdelikte zu verzeichnen gewesen. Bei keiner der Taten ist eine klare Zuordnung zu der betreffenden Gruppierung möglich gewesen. Dennoch kann aufgrund der räumlichen Nähe der Tatorte zur Kersten-Miles-Brücke nicht ausgeschlossen werden, dass diese Personen an der Tatbegehung beteiligt waren.

    Der Bericht stammt aus dem Herbst 2010. Ich finde die Situation sollte nicht verniedlicht werden.

    • das Grundrecht auf freie Entfaltung – Artikel 2 des Grundgesetzes – auch den “Gemeingebrauch an öffentlichen Wegen”. Betrachtet man das Übernachten unter der Brücke in diesem Sinne als “widmungsgemäße Nutzung im Gemeingebrauch stehender Sachen”, genießt es den Schutz des Grundgesetzes. (taz)

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