Seelenwanderung von St. Pauli nach Altona?

… Auszug aus einer E-Maildiskussion:

Am 04.06.2008 um 10:21 schrieb Erik Hauth:

Am 04.06.2008 um 09:09 schrieb Markus W.
na ja, und wenn die zuschauerzahlen beim afc von 500 auf 1000 steigen ist das ja ok und die spiele sollen samstags um 14 uhr stattfinden ….

ja, nur eben hat der AFC kein übergreifendes Motto, keine Lebenseinstellung, die die Menschen verbindet.

Noch nicht, und wenn es nach den Latenzprolls auf dem Meckerhügel geht, braucht Altona auch keines. Dumm ist nur, daß man das nicht konzipieren kann, sowas entsteht einfach – oder wandert. Von St. Pauli nach Altona beispielsweise.

was läuft aber bei st.pauli? schnitzler wird weggemobbt? der schulte faktor? kommen da unruhige zeiten?

Schnitzler passte imho sowieso nie richtg. Einmal war sein Anspruch und vor allem die damit verbundene Attitude viel zu weit weg von seiner Leistung, zum anderen ist der Mann einfach nicht Pauli-kompatibel.

Schulte, Stani und Trulsen sind das eigentliche Pulverfass; da ist bei Dreien eben einer zu viel. Und die Ambitionen von Cornelius Littmann, wo sich ja jetzt manifestiert im Pauliherzen, was das bedeutet, ein modernes Stadion mit VIP-Logen!

Herzlichst
Erik (Haupttribüne, der Arsch, der das dort sitzen mag)

Am 03.06.2008 um 23:38 schrieb Erik Hauth:
nu, ist es nicht das, was wir alle denken ;)

Am 03.06.2008 um 09:09 schrieb Markus W:
der AFC, Sammelbecken der Pauli Tränendrüsen, peinlicher gehts nimmer, den will ich in der Hoheluft nicht sehen!

Anfang der weitergeleiteten E-Mail:

Von: “Markus W.
Datum: 3. Juni 2008 07:40:27 MESZ
An: “Erik H.”
Betreff: forum

Ich bin neu bei euch im Forum deshalb erstmal ein herzliches Moin Moin an alle hier. Ich bin einer der St.Paulianer die den völligen Ausverkauf und die totale Kommerziallisierung meines Vereins nicht mehr ertragen und den Fussball wieder neu finden wollen. Da Herr Littmann beschlossen hat, meinen Verein austauschbar werden zu lassen und er, laut unserem ehemaligen Fanbeauftragten Heiko, völlig “beratungsresistent” zu sein scheint, bin ich auf der Suche nach einem Fussball der sich noch so anfühlt wie vor 10 Jahren beim FC St.Pauli. Nach unserem Stadionneubau wird man nur noch an den Vereinsfarben erkennen ob man sich bei den Hasenpfauern oder dem FC St. Pauli befindet. Früher oder später werden dann noch die Ecken und der Stadionname verkauft und dann wars das. Ich kann kein Anhänger eine Stadtteilsvereins mehr sein der seinen eignen Stadtteil über die Eintrittspreise ausschließt. (Ausschließen will?) Es rumort bei den alten Paulianern. Viele sind sich aber noch nicht schlüssig wie sie auf diese Veränderungen reagieren sollen. Setzen sich dann noch die neuen Anstosszeiten nächstes Jahr durch, werden viele,, aus den unterschiedlichsten Gründen, wegbleiben.
Ich denke, dass ihr euch den Frust vieler St.Paulianer zu nutze machen solltet. Ihr könnt noch mit dem alten Ideal des Fussballs werben. Jetzt noch der Aufstieg und das neue Stadion….Schlagt Kapital aus eurer langen Hamburger Tradition. Bei Pauli wird es bald nur noch Modefans und die Ultras die die Modefans bespaßen sollen, geben. Wo soll dann der “alte” Hamburger hin? Gebt ihm einen Platz. Ich glaube mit einer pfiffigen Werbung könnt ihr den vielleicht etwas orientierunglosen Paulianer für euch gewinnen! Die Zeit für eine Alternative zum FC St.Pauli wird (ist) gekommen. Ich lasse mich mal bei euch sehn. Ein frustrierter Anhänger des glorreichen FC St. Pauli.

5 Replies

  • Eine derart dumpfe Klischee-Ansammlung wie in dem letzten Zitat habe ich ja selten gelesen (stimmt nicht – im St. Pauli-Forum eigentlich ständig). Da wird der Kampf einfach aufgegeben mit urkonservativen Argumenten – das ist ja wie dieses “Zurück zur Natur” der Jugendbewegung, und da weiß man ja auch, was draus wurde … beim FC St. Pauli wird um Kommerzialisierung versus Vereinskultur wenigstens gerungen, es wird offen diskutiert. Sich stattdessen dann eskapistisch in Schrebergärten zu flüchten, DAS ist Beratungsresistenz, nicht das Anpissen von jemandem, dessen Lebensleistung erst mal jemand nachmachen soll.

  • Noch eins drauf: Das ist sogar im negativen Sinne christlich – es gibt die Erbsünde, ich hingegen will zurück in’s Paradies …

  • So ist es, so die Stadtfinanzen es wollen bleibt unser kleines Soziotop auf der Haupttribüne ja auch noch ein Jahr erhalten. Nur liegen mir die gekachelten Klos in der Süd und das geplante für die Haupt jetzt schon quer in der Seele.

    Ein paar Nachmittage beim AFC könne da nicht schaden ;)

  • Nix gegen den AFC, sowieso nicht! Aber wer sowat wie die Adolf Jäger-Kampfbahn verscherbelt, war das nicht so?, also, ich meine, da finde ich selbst den Haupttribünenneubau selbst dann, wenn ich monatelang weinen werde, ich liebe mein Soziotop dort!, doch irgendwie noch besser …

  • Ich versteh das auch immer noch nicht. Wenn ich das richtig verstehe, dann ist das Gelände zwar verkauft, der AFC hat aber noch 20 Jahre Nutzungsrechte. Allerdings sollen die Kosten für den Umbau, um das Stadion Regionalliga-tauglich zu machen für einen Verein zu hoch sein – sodass man sich das mit der Stadt und Viktoria teilt.

    Ein Schelm, der daran denkt, dass es schon gierige Baulöwen gibt, die auf das Sahnestück an der Griegstraße warten …

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