Sonnenlischt Fake

Melodie geklaut. Text geklaut. Erwischt – Ende Gelände.

So endet der schnell – auch hier – hochgekochte Hype um die putzige Grup Tekkan und ihr noch putzigeres Sonnenlicht-Video. Den symphatisch schmerzfreien „Sängern“ der Grup Tekkan bleibt der Hohn.

Aber ist das die eigentlich interessante Nachricht? In der MI werden doch seit ewigen Zeiten Scheinbands vermarktet.

Das wirklich Neue ist, dass eine Band über Blogs (mit)gebreakt wurde.
n|tropie und Spreeblick, zwei sich nahe stehende Blogs, waren in der Lage in Klein-Bloggersen so viel Resonanz zu erzeugen, dass das Sonnenlichtvideo in die klassischen Medien schwappte.

Oder waren die Blogs nur ein weiterer Kanal in einem schnell rotierenden Viral Marketing Projekt?

Das alles ist kein Zufall, sondern eine absolut geniale Idee inklusive einem perfekt durchdachten Marketingplan eines intelligenten A&R-Managers! Hat hier vielleicht sogar der Macher von „Maschendraht-Zaun“ und König Midas des Schwachsinns selbst seine Finger im Spiel?

meint der musicchannel.

Es spricht einiges dafür, dass es sich bei dem Tekkan-Hype um eine Kampagne handelt. Die Rolle der beteiligten Blogs würde mich da brennend interessieren. Wo hat das Ganze begonnen, wo ist Ground Zero dieses Virus?

jetzt.de stellt ähnliche Fragen:

Woher er den Clip allerdings hat, verschweigt Oborski dennoch. Der Verweis auf ein ungenanntes Forum, auf einen toten Link, räumt die Frage nicht aus: Hat sich womöglich jemand die drei Hilfsrapper ausgedacht, um mit der Internet-Aufmerksamkeit Geld zu verdienen, zum Beispiel in einem Plattenladen?

Meint: Ist vielleicht gar kein Forum Seeding Point, sondern das Blog von Matthias?

Matthias reagiert in einem Kommentar genervt:

Auf Anfrage gerne Originalforum, Originallink, Originaldatei, Orginalblutgruppe, Originalfreund und Originaljournalistenorden in Gold.

Leider findet sich in seinem Impressum keine E-Mailadresse oder Telefonnummer, auch bei Teleauskunft.de kennt man keinen Matthias Oborski. Anfrage unmöglich (vielleicht auch, weil nicht nur ich auf die Idee gekommen bin mal nachzufragen nach dieser Ansage).
Ich habe ihm via Tanja von Spreeblick eine Anfrage-E-Mail geschickt. (Vielen Dank nochmal für das Telefonat)

Nachtrag: Kontakt trotz meiner ungenügenden Recherchefähigkeiten gelungen. Matthias antwortet per E-Mail.

Mal sehen. Ich bin nämlich anderer Meinung als Johnny: die Mechanik dieses Hypes folgt zwar gelernten Regeln von viralen Phänomenen, die Geschwindigkeit allerdings, – das Durchlauferhitzen vor allem durch den Spreeblick – das ist ein interessantes Phänomen. Genau wie die Frage, wo der Clip ursprünglich „ausgesetzt“ wurde. I do care.

Ich würde mir wünschen, dass Matthias sich noch einmal klar zu diesem Thema positioniert.
Das Original mit Link zu posten ist doch nicht so schwer. scheint doch schwerer zu sein als angekündigt.

Immerhin weiß ich jetzt, welche Blutgruppe Matthias hat.

-via

7 Antworten

  • Jetzt mal im Ernst. Es spricht überhaupt gar nichts dafür, dass es sich um eine Kampagne handelt. Nur weil dieser Matthias seine Telefonnummer und seine Email Adresse nicht sofort für dich parat hat, hat er noch lange nichts zu verbergen. Geht’s denn noch? Wenn DU bei mir über einen anderen Blog, wie scheinbar zig andere auch, Rechenschaft verlangen würdest, ich würde dich auch getrost ignorieren. Da ist überhaupt nichts verwunderlich dran.

    Ist ja ganz lustig das ganze noch spannend machen zu wollen. Jetzt.de hat ja einen wirklich vorzüglich blödsinnigen Artikel dazu geschrieben den du ja auch gleich fleißig verlinkst. Bei dem Artikel sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass bereits dort falsch zitiert und künstlich aufgebauscht wurde.
    Die sprechen auch von einem „erstaunlich gut produzierten Laien-Clip“. Das bedarf wohl keines weiteren Kommentars oder?

    Wenn du mit Matthias in Kontakt treten willst dann klingel doch bei ihm an der Haustür oder schreib ihm einen „analogen“ Brief. Er hat wie jeder andere auch ordentlich seine Registrar Daten bei der Denic stehen. Nur so als Tip Sherlock.

    Häng dich nicht pseudojournalistisch an irgendwas was einfach lächerlich ist. Die Leute lesen doch mit! ;)

  • Moin macsepp,

    hier hat niemand gesagt, dass Matthias etwas verbirgt. Übrigens ist es vollkommen in Ordnung, wenn er meine Anfrage ignoriert. Genau so in Ordnung ist es aber sich Gedanken über den Ursprung dieses „Hype“ zu machen.

    Ich greife nur seine Worte auf – wenn es wirklich sein Kommentar war, da kann man ja schnell paranoid werden, nicht wahr? – und bin neugierig auf Originalforum, Originallink, Originaldatei, Orginalblutgruppe, Originalfreund. Mehr nicht.

    Mit ‚pseudojournalismus‘ hat das übrigens auch nichts zu tun, das ist ein Blog hier.

  • Ach komm, da brauchen wir uns doch nichts vormachen. Natürlich willst du mit deinem Artikel andeuten, er hätte was zu verbergen.

    Gut, dies ist ein Blog. Du schreibst auf deiner Seite du wärst Journalist und diese Seite hätte eine Auszeichung als drittbester journalistischer Weblog von der Deutschen Welle erhalten. Das ließt sich ja schon so, als wolltest du damit deine besonders seriöse journalistische Tätigkeit in diesem Blog hervorheben.
    Ich finde eben, das gerade der Artikel von jetzt.de denkbar schlechter Stoff ist um sich darauf zu beziehen.

    Ich kann auch kaum fassen wie dieser Mist zu solch einer Verbreitung gelangen konnte. Ich gehöre auch nicht zu den Leuten die es zwar für Mist halten, aber dann doch den Klingelton runterladen. Die Geschwindigkeit der Verbreitung ist in der Tat extrem. Könnte doch auch sein, dass ein Großteil der Verbreitung einfach dadurch entsteht, dass jeder Blogger meint er müsse Mist ebenfalls nochmal aufgreifen, posten und für wichtig erklären. Genauso schicken Leute Mist per Email an Kollegen (den Link zu Spreeblick hab ich z.B. selber auch an Freunde geschickt weil ich da noch drüber lachen konnte). Dann gibt es noch diejenigen die, weil es ja so ein Mist ist, gleich den Klingelton wollen und in den nächsten Laden rennen um die beschissenste Single ever mit dem größten Mist auch noch ihr Eigen nennen zu dürfen.

  • Eigentlich eine gute Frage, die Du in Deinem Kommentar in einen Vorwurf verpackst. Dürfen Journalisten bloggen, wie andere Privatpersonen auch?
    Ein Blog gleicht wohl am Ehesten dem journalistischen Format der Glosse, in der Satire und pointierte Meinung durchaus angebracht sind.

    Können wir vielleicht beizeiten mal diskutieren.

    Wichtiger ist mir die Klarstellung, dass ich nicht behaupte oder impliziere, dass n|tropie etwas verbirgt. Die Frage hat – wenn auch nur implizit, wie von Spreeblick-Johnny moniert – jetzt.de aufgeworfen.

    Die Reaktion darauf interessiert mich. Wer sich so weit aus dem Fenster hängt, muss sich nicht wundern, wenn dann auch die Veröffentlichung der Originalquelle nachgefragt wird.

    Schönen Sonntag noch.

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