SpOn: Irreführender Vergleich

Lese gerade den Bericht über die Baker Kommission bei SpOn und bin einigermaßen überrascht.

Nicht gerade über die Ergebnisse, denn man hätte in der politischen Führung der USA schon früher darauf kommen können, dass die diplomatische Einbeziehung der Nachbarn in der Region und das Herausnehmen der GIs aus der Schusslinie eine sinnvolle Strategie ergeben hätten.

Nein, der Vergleich mit dem zweiten Weltkrieg hat mich irritiert:

Der Einsatz im Irak dauert inzwischen länger als die Beteiligung der USA am Zweiten Weltkrieg.

Wie kommt man auf so einen schwachsinnigen Vergleich, dazu am Vorabend eben des Angriffes auf Pearl Harbour?


Bekanntlich markiert dieser Angriff den Eintritt der USA in den WWII.
Nach dem Ende der „direkten Kampfhandlungen“ war der Gegner ( in diesem Fall Deutschland UND Japan!) erledigt, kaputt und kapitulierte, als Ganzes.

Im Irak hat man das angeblich mit wesentlich weniger Einsatz an Menschen und Material in viel kürzerer Zeit die aktiven Kampfhandlungen gegen so etwas wie eine reguläre Armee beendet. Wenn ich mich nicht irre nach einem 3/4 Jahr. Wir alle erinnern uns an das herausposaunte „mission accomplished“, oder?

Das, was jetzt passiert, gleicht, wenn dann überhaupt ein solcher Vergleich herangezogen werden muss und darf, eher der Phase der Entnazifizierung und der „Sonderstellung Deutschlands mit Stationierung von Alliierten Truppen“. Diese Phase, liebe SpOn Redakteure, dauerte allerdings eben viel länger.

Dummerweise widersprecht ihr euch ja im gleichen Absatz selbst, wenn es um das Thema „gefallene Soldaten“ und „Befriedung des besiegten Landes“ geht:

Mehr als 2900 US-Soldaten sind seit März 2003 getötet worden. Der Aufstand gegen die US-geführten Truppen ist nach den Worten von Uno-Generalsekretär Kofi Annan zu einem Bürgerkrieg unter den Irakern ausgeartet. Der Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten fallen Uno-Schätzungen zufolge täglich 120 Menschen zum Opfer. Allein heute starben bei Anschlägen und Zusammenstößen mindestens 13 Menschen.

Kein schlimmer Fehler, aber einer, der mich aufregt. Eigenwillig.

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