Studentenbaby, die Leihmütter meiner Kinder

studentenbabyIch habe im beheizten Garten von Tausendsassa Ola Ahlvarsson einen Chinesen kennengelernt, der dabei war, eben in China ein social network für Studenten aufzubauen. Der Clou, man kann sich seinen Studenten als Paten aussuchen, seine Laufbahn fördern und Zeugnisse, Fotos von Saufgelagen und einen Zusammenschnitt von der Aufnahmeprüfung zur ersten Verbindung der Uni bestellen. Dafür finanziert man sein Studium.

Ihm hätte die Idee einer Hamburger Studentengruppe gefallen, die aus Protest gegen die Studiengebühren ihre Körper (beziehungsweise Teile davon, die Frauen ihre Gebärmutter, die Männer ihren Samen – braucht es da noch Indizien für die gescheiterte Emanzipation?) feilbieten:

Unter dem Leitgedanken „Kind gegen Studiengebühr“ stellen sich auf studentenbaby.de Studierende als Leihmütter und Samenspender zur Verfügung, um auf diesem Weg gegen die Einschränkung der Bildungsfreiheit in Deutschland zu protestieren und sich ihr Studium zu finanzieren.

Kunden haben hier nicht nur die Möglichkeit, für 500 € ein Studentenbaby mit den Erbanlagen Ihres Lieblingsstudierenden zu erwerben, sondern sichern so zusätzlich einem jungen Menschen seine akademische Zukunft.
studentenbaby.de garantiert eine reibungslose Kontaktvermittlung, professionelle medizinische Betreuung von Kunden und Studierenden und eine verantwortungsvolle Begleitung des Studentenbabys bis zu seiner Geburt.

Wir schenken Leben. Schenken Sie Zukunft.

Gerüchte, wonach StudiVZ an den jungen Dingern Interesse zeigt, sind ausgedacht.

(Screenshot: studentenbaby.de)

5 Replies

  • Update: Nu ist auch die MoPo auf das Projekt aufmerksam geworden (ob über Blogs ist dabei unbekannt ;).

    http://www.mopo.de/2008/20080221/hamburg/politik/babys_von_studenten.html

    „Die Plattform versteht sich als Protest gegen die Studiengebühren, die nicht zu einer Verbesserung der Lehre führen, sondern zu einer Umverteilung der Finanzen“, schreiben sie. „Einen Staat, in dem der Reichtum der Eltern über die Zukunft des Kindes entscheidet, empfinden wir als menschenunwürdig“, heißt es weiter.

    Das sehen viele Hamburger ähnlich. Um 17 Uhr startet heute am Bahnhof Dammtor eine Demo für gebührenfreie Bildung, zu der Gewerkschaften, Elternverein und Studentengruppen aufrufen.

  • Yo, ich finde die Aktion studentenbaby durchweg gelungen, es sind nur recht wenige Gesichter dabei und bei den Damen noch zu wenige Kommentare à la “Mein Samen ist von Gott”. Der letzte Kommentar ist m.E. genial, der wird ja auch gerne zitiert.

  • Wer wissen möchte, was Paare mit unerfülltem Kinderwunsch davon halten (extrem wenig) und weshalb, ist herzlich eingeladen, die Gründe dafür hier einmal nachzulesen:

    http://www.wunschkinder .net/ aktuell/verschiedenes/glosse/spermienspenden-fuers-studium-233/

  • Gelungen?
    Was ist daran gelungen mit der ungewollten Kinderlosigkeit tausender Betroffener eine derart miese Publicity erreichen zu wollen?
    Schön dass Name und Foto dabei sind, falls sich mal einer dieser studierenden “Highlights” dort bewirbt, wo ein ungewollt kinderloser Sachbearbeiter die Bewerbung ablehnen kann – und wird!

    T.

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