Uns gehört der Fußball! Hartplatzhelden gewinnen vor dem BGH

Es ging um nichts Geringeres, als um die Demokratisierung der Medien, die es seit Beginn der digitalen Revolution Jedermann erlauben, aus einem Stadion, neben einem Hartplatz oder vom Spiel seiner Kinder Aufnahmen auch zu publizieren. Heute hat der BGH den Streit zwischen Oliver Fritsch, dem Betreiber von Hartplatzhelden.de und dem WFV (Würtembergischen Fußball-Verband) zugunsten der Amateure entschieden.

Der Verband ist in der Verlängerung K.O. gegangen – und das hat weitreichende Folgen.

Der 1. Senat des BGH hat nämlich dem Verband etwas mit auf den Weg gegeben, was entscheidenen Einfluß auf die Diskussion „Wem gehört der Fußball“ hat. Der Verband hätte über die Vereine die Möglichkeit, seine Rechte durchzusetzen, bspw. durch eine strengere Stadionordnung – und damit die Diskussion dahin gebracht, wo sie hingehört – zurück auf den Fußballplatz.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Altona 93 mir verbieten möchte, die Spiele meiner Tochter in Zukunft nicht mehr zu filmen, in diesem Fall würde ich eben austreten. Fußball ist nämlich eine kulturelle Handlung, beim Spielen in Amateurligen ebenso, wie am Millerntor.

Ich freue mich schon auf die Diskussion beim FC St. Pauli, ob wir Handys und Cams, twittern und bloggen im Stadion verbieten wollen.

Hoffentlich, und das hängt von unserem Widerstand ab, bedeutet das heutige Urteil, dass ein Verband nicht automatisch über alles, was mit Fußball zu tun hat das Exklusivrecht beanspruchen kann, sondern, das der Fußball immer noch denen gehört, die ihn spielen.

Spielern und Vereinen.

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