Von der Leidenschaft

Mir ging es noch nie so gut, dass ich mir einreden konnte, ich sei Herr der Lage. Ich habe mich von sanften Winden und Strömen treiben lassen, eigentlich mein ganzes Leben. Das verlässlichste Werkzeug war dabei die eigene Nase, in den Wind gehalten, die Methode der Kreuzpeilung. Die Aussicht auf den verdienten Manöverschluck kann ein großer Antrieb sein.

Nun versagt der Instinkt, es denkt zuviel, wo es fühlen soll. Fühlt und fiebert. Abschied, Einlassen – verlieren, hadern, hoffen, beruhigen, bis man sie wiedersieht. Umarmen. Die Luft ist lau.

Mal regnet es Tränen ins eigene Gesicht, mal wärmt das Nacht-flutende Licht am Wasser mehr als jede Sonne. Seeligkeit in Traurigkeit ist ja dem schwebenden Zustand vor dem Aufprall sehr ähnlich – und eigentlich ganz schön.

Ich spreche von Fußball. Oder?

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *