Wenn die alte Tante SPD irrt …

… dann biegen sich die politischen Balken. Immernoch.
Und gleichzeitig dreht sich ein großer Teil der alten Ostpolitiker im Grab um.

Zwei Meldungen, die verdeutlichen, was ich meine:
– BILD meldet heute, dass die Polen bei den Deutschen am unbeliebtesten sind (bisher nicht online)
– Die SPD hofft – in Form ihres Leitwildebers Kurt Beck -, lt. Neue Züricher Zeitung, dass sich das Wehren gegen den amerikanischen Raketenschild bei den Wählern auszahlt. Eine Konfrontation, wie 2002 zwischen Schröder und Bush wird hier zumindest billigend in Kauf genommen. Die SPD konzentriert sich dabei traditionell auf Russland:

Während Bundeskanzlerin Merkel einer Auseinandersetzung mit den USA wegen der Raketenabwehr aus dem Weg gehen möchte, sucht die SPD die Konfrontation.

Ein fataler Fehler!

Wenn es ein Land in Europa gibt, mit dem es so nötig gewesen wäre, wie beim Vorbild der Deutsch-Französischen-Aussöhnung vorzugehen, dann wäre das Polen gewesen.
Der kalte Krieg hat das verhindert und nun fällt es den beteiligten EU-Nationen merkwürdig schwer, das Miteinander zu organisieren, zu normalisieren.

Deutsche Sicherheitspolitik kann indes nicht ohne die enge Berücksichtigung der polnischen Interessen funktionieren, das sieht Angela Merkel vollkommen richtig. Nur eine enorme kommunikative Anstrengung in Europa kann den Wiederstand gegen diesen eigenartigen Schutzschirm wirksam formieren. Die SPD selbst schreibt hier von “Friedenssicherung durch Interessenausgleich”. Der sieht freilich anders aus, Herr Beck!

Alle reflexartigen und taktischen Alleingänge schütten Spaltsalz in die noch immer offene europäische Wunde.

Übrigens eine gute Gelegenheit, die Aussöhnung mit Polen zu intensivieren und über lange Zeit zu fördern. Immerhin ist Frankreich inzwischen das beliebteste EU-Land der Deutschen.

Foto: SPD.de

One Reply

  • Ich glaube nicht, dass man viel erreichen kann, solange in Polen die rechtskonservativen Kaczynski-Brüder an der Macht sind.

Ergänze