“Wie Du das machst ist mir egal”

Da wird Zentral-Vorstand Feldmeyer bei Siemens verhaftet und in Untersuchungshaft gesteckt unter dem Vorwurf der “Untreue“. Er soll eine Mitarbeitervertretung der anderen ggü “bevorzugt” – unelegant ausgedrückt – geschmiert haben.

Aber hat er sich damit “untreu” ggü Siemens verhalten?

Jenseits der juristischen Aufarbeitung dieser Frage, liegt der Kern des Unverständnisses in der Defintion dessen, was für Topmanager eigentlich “das Unternehmen” ausmacht. In den Etagen mit dem vielen Leder und dem dezenten Designerchrom herrscht nämlich die einhellige Ansicht, dass der “Shareholder” gleichbedeutend mit “dem Unternehmen” ist. In manchen Managerseelen sind auch die Shareholder nur störendes Beiwerk, das ist aber eine andere Geschichte.

Mit seiner “Ruhigstellung” der Mitarbeitervertretung hat er sicher, wohl kann ich mir vorstellen, dass Feldmeyer das auch so sieht, “treu” gegenüber den Shareholdern gehandelt, die in der Regel ihre Interessen diametral gespiegelt sehen durch ihre Mitarbeitervertreter. Was dann auch das eigentliche Problem berührt: Wer sind die Teile eines Unternehmens ggü denen man sich als Manager “treu” verhalten soll?
Besserung ist erst in Sicht, wenn endlich die Shareholder-Value-Sicht in eine Stakeholder-Value-Sicht wandelt. Und dies, da machen wir uns nix vor, geht nur, wenn möglichst viele Stakeholder – also Anspruchsgruppen ggü dem Konzern – auch Shareholder werden. Mitbestimmung über Anteile ist das eigentliche Thema. Dann kann man auch gesellschaftlich wieder über Treue und ihr Gegenteil reden.

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