Zeitenwende: Gelbe Seiten im Bus vs Iphone-App

Selten habe ich den Medienwandel so glasklar vors Auge geführt bekommen, wie gestern im Metrobus 3, auf dem Weg vom Schanzenviertel in die Innenstadt (Endstation wäre die Hafencity). “Wo gibts denn sowas?” – lese ich auf einer Werbung, die sich dann als Reklame der Gelben Seiten darstellt. Das ist der Schinken, den man früher mit den Telefonbüchern (A-K und L-Z) von der Post nach Hause geschleppt hat. Meine Bandscheibe erinnert sich da noch lebhaft dran.

Ich bekomme Durst auf einen Caffee. Wäre ich jetzt Tourist, oder aus Wedel, wäre ich aufgeschmissen. Wo finde ich denn jetzt ein Café in der Hafencity, die ich womöglich das erste Mal besuche?

Lustig, dass genau vor der Werbung für das gedruckte Ungetüm (“Infos hier im Bus” – ja zu den Gelben Seiten, aber nicht zu dem Café in meiner Nähe!) ein Flyer für das Iphone baumelt. Ja, genau, das frage ich nach dem nächsten Café in der Nähe. Vielleicht habe ich Glück und einer meiner Follower ist in der Nähe.

Undenkbar für mein Selbst von vor 20 Jahren. Und besser für meine Bandscheibe.

2 Replies

  • Stimmt, letzte Woche in San Fracisco im iPhone Store ist es mir auch aufgefallen, die haben iPhone Apps aus aller Welt an ihrer Wand und was ist dabei, die Gelbe Seiten App…. wenn das mal kein Zufall ist….

Ergänze