@zeitonline – auch Umfragen sind Spam (ggf.)

In einem schrumpfenden Printmarkt ist der Abonnent sowas, wie eine Bundesschatzanleihe, genauso sicher nur viel renditestärker. In meiner Wahrnehmung haben die Verlage einen neuen Liebes-Pfeil im Köcher, um bisherige Test-Leser oder Nicht-Abonnenten auf Dauer an den Verlag zu binden: die Umfrage.

Ich kenne allein zwei ältere Damen, die pflichtbewußt bei einer Umfrage eines Nachrichtenmagazins, das mit den großen Fotos, mitgemacht haben, und so, ohne auf das Kleingedruckte zu achten, zu Abonnentinnen wurden. Eine von ihnen hat sich dann beschwert, die andere hat das Abo heute noch.

Am 12.2. erreicht mich eine solche Umfrage-Einladung von der ZEIT. Lustigerweise wird erst auf das Probe-Abo-Dankeschön-Paket verlinkt, dann auf die Umfrage. Für meine Wahrnehmung eine klare Priorisierung dessen, was hier erreicht werden soll. Nun kann ich mich nicht erinnern, jemals meine Einwilligung zu dieser Art der Akquise gegeben zu haben, liebe ZEIT. Ehrlich, das regt mich auf, gerade weil ich eure Zeitung eigentlich mag. Nun bringts mich dazu, DIE ZEIT nicht wieder zu kaufen. Vielmehr lese ich euch nur noch online, da weiß ich womit ich bezahle: meiner Aufmerksamkeit (und nebenbei leiste ich einen kleinen Beitrag zum Aussterben dieser Angewohnheiten).

Ich habe Frau Hauer eine E-Mail geschickt, mit der Bitte (die eigentlich eine höfliche Form der befehlenden Aufforderung ist) meine E-Mailadressen aus den Beständen der ZEIT sowie aller asoziierten Verzeichnisse zu tilgen.

Nachtrag:
Nach Ausfüllen der Umfrage ist das Häkchen zum Bestellen des Probeabos vorausgefüllt:

„Wenn ich mich nach der 4. Ausgabe nicht melde, erhalte ich DIE ZEIT für zzt. nur € 3,20 pro Ausgabe statt € 3,60 im Einzelkauf und kann jederzeit kündigen.“

3 Antworten

  • Oh schön, auch meine Mail ist raus. Ich hoffe, dass noch viele Zeit-Leser folgen, weil ich nicht nur die Art des Köderns (Häkchen, selbstverlängerndes Abo) als Sauerei empfinde, sondern v.a. den Missbrauch meiner Daten (hier: Mail-Adresse).

    • Nun, ich kann ja das Dilemma aus Erstellung einer Zeitung und der dazugehörigen sich-Vermarktungsverpflichtung schon verstehen.

      Wer allerdings, a la 1und1 ein Gesicht dazustellt, um die Akzeptanz zu erhöhen, der sollte diesem Gesicht auch eine Stimme geben, wenn es zu Feedback kommt.

      Bisher keine Reaktion, 2 Stunden and counting …

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