Zoomer – vom Experiment zum Schmetterling?

zoomer.de, zoomer, raupe, verpuppenEigentlich gibt es für experimentelle Formate nur drei Formen, die sie nach dem Welpenschutz, dem Zauber des Neuen, annehmen können. Sie sterben meist oder werden zu Kunst (erklärt).

Ganz selten sind sie schon so schnell groß und eigenständig geworden, dass sie alleine fliegen können. Und manchmal werden ihre wichtigsten Formateigenschaften Teil von etwas größerem.

Das ist gestern mit Zoomer passiert. Meiner Wahrnehmung nach, das einzige Verlags-Experiment in Deutschland, dass den Zugang zu Nachrichten neu organisieren wollte. Und es ist imho ein Erfolg, wenn Teile dieses Formates und seiner experimentellen Redaktion, samt Know-how “wie es nicht geht” nun eine konsolidierte Online-Strategie mitgestalten können, gerne unter dem Banner der Zeit.

Während Zoomer abbaut und tagesspiegel.de stagniert, darf Blau eine Reihe von neuen “Zeit”-Arbeitern in Berlin einstellen, einiges Know-how von Zoomer abziehen und mit einem komplett neuen Redaktionssystem zur echten Online-Offensive blasen.

Der Begriff “einstampfen” trifft es in diesem Zusammenhang nicht richtig, “verpuppen” wäre da schon treffender – inklusive der Ungewissheit, ob dann am Ende ein Schmetterling schlüpft, nach diesem kalten Medienwinter. Die Ambitionen des Tagesspiegel übrigens, alles andere als ein Experiment, sehe ich da viel beschädigter.

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