Status is the new Hoax

Ich kann mich noch sehr gut an eine Begebenheit erinnern, die liegt so weit zurück, dass ich sie ins digitale Mittelalter verorte (auch wenn es ernst zu nehmende Zeitgenossen gibt, die behaupten, dass wir dieses dunkle Kapitel noch vor uns haben). Ich arbeitete in einer Online-Redaktion in einer Medienunternehmung. Den Sender gibt es heute nicht mehr, ihn umgab aber etwas Besonderes. Es war der erste Fernsehsender in Deutschland, der vor dem TV-Kanal eine Website hatte. Na? Wer weiss es? Buhler?

Ich habe dort gerne gearbeitet, auch wenn wir die – Thomas Knüwer würde Geeks sagen – Nerds waren, die da nachts und tags an ihren Rechnern hingen. Alle noch grau obendrein. Also die Rechner. Alle um uns rum waren eigentlich zu gebildet oder zu cool für ihren Job, eine Haltung, die ich in Redaktionen seitdem immer wieder antreffe ;), aber im Grunde super-nette Mädels und Kerle. Feine darunter, auch inzwischen gute Freunde. Nur eines ging mir damals schon auf den Keks. Die Manie, jede döspaddelige Warn-E-Mail vor Viren, Trojanern und Weltuntergangssoftware zu verbreiten. Als ich mal wieder dutzende E-Mails bekam in denen vor einer E-Mail mit Betreff “Penpal Greetings” gewarnt wurde, die komischerweise immer an den “großen Verteiler” gingen, schnappte ich ein, schickte meinerseits eine E-Mail mit dem Link zu den aktuellen Hoaxlisten* und überschrieb sie mit dem Betreff, eben, “Penpal Greetings”.

Da war nun die Hölle los. Dutzende Redakteure legten die Arbeit nieder und die Hotline der Admins lahm, weil sie nun Angst hatten, die E-Mail zu öffnen. Die IT-Leiterin stand wutentbrannt im Büro meines Chefs und forderte meine sofortige Entlassung. Panik.

Ziemlich schnell beruhigte sich der Hoax-Alarm wieder. Und keine zwei Tage später hatte ich die nächste E-Mail im Postfach, nie, aber auf keinen Fall folgende E-Mail zu öffnen. …

Ich habe gedacht, die Hoaxes seien ausgestorben. Nur um sie in den Statusmeldungen meiner Kontakte bei Facebook wiederzuentdecken. Panik!

* Hoax Liste der TU Berlin ->>
*Facebook Hoaxes – Page ->>

The Me Magazine #Facebook #Timeline

“I’ve had the timeline of my life”

Ich habe in diesem Blog ein Plugin installiert, das in der Seitenleiste die Artikel anzeigt, die am gleichen Datum in den Vorjahren hier von mir geposted wurden. Da ist viel Unsinn dabei, und Unsinn an den ich mich gerne erinnere. Eigentlich ist Bloggen ja etwas für Vergessliche.

Facebook hat mit dem Developer Release seines neuen Timeline-Profils einen großen Schritt in Richtung Lebenschronik gemacht. Meine beginnt 2007. Die vieler Kinder meiner Freunde und Kontakte bereits bei ihrer Geburt. Eine enorme Änderung menschlicher Kultur, die es in den Datenbanken von Facebook (und Co.) schon lange gab und die sich nun auch visuell Bahn bricht.

Anders als Thomas Knüwer halte ich den rituell kritischen Diskurs darüber für wichtig, auch emotional und populistisch geführt. Und noch lange nicht besprochen.

Prepaid Blogger – Michael Arrington und das Winseln auf “hohem” Niveau

“Unbezahlter Blogger” steht auf dem grünen T-Shirt, das Michael Arrington auf der Konferenz trägt, die den Namen des Startups trägt, das er gegründet und für Millionen an AOL verkauft hat. Techcrunch, ein Blog, ein Megadeal. Genau 1 Jahr ist der Deal her und Arrington nun bockig. (Die Story in Kurzform auf CNN)

Hihi, “wie cool”, lese ich in meiner Timeline und widerspreche. Michael Arrington ist kein “unpaid blogger”, das Gegenteil ist der Fall. Er ist vielleicht der am besten und überbezahlteste überhaupt. Dass AOL ihn auf Jahre hinaus aconto versorgte, mag kaufmännisch kurzsichtig sein. So kurzsichtig, dass man ihn, den satten Querulanten, nun meint loswerden zu müssen, und das ist offensichtlich der Fall. Soweit, so normal.

Peinlich und bigott nun das Inszenieren als Rebell. Hau ab, rufe ich ihm zu, geh golfen, Michael!

Copycat Google+? #Diaspora

Diaspora
Diaspora
Google+ Screenshot
Google+ Screenshot

Es ist schon erstaunlich, welche Ähnlichkeit Google+ und seine Funktionen mit der Alpha-Version des Open Source Netzwerkes Diaspora haben.

Circles (Kreise) heißen dort Aspects und auch sonst wirkt Google+ auf mich wie eine gut gemachte Copycat. Nun ist gut inspiriert immer noch besser, als schlecht selbst gemacht (Buzz) – aber ob das die Idee von freier und offen entwickelter Software stärkt? Gibt es für Google+ eigentlich eine Open Source Lizenz?

***

Ein anderer Gedanke kommt mir gerade: Kann es sein, dass Diaspora erst seit Google+ so aussieht, wie es aussieht?

Wer weiss es? Buhler? Buhler?

Wo ist die Google+ Api? Warum Facebook noch die Nase vorn hat.

Mir hat an Facebook am meisten imponiert, dass es sich in einer Zeit als soziale Netzwerke erfolgreiche Silos waren, die um die Gunst der Nutzer buhlten -in Deutschland StudiVZ, in den USA myspace – den Mut hatte sich zu einem Layer auszubreiten, zu öffnen. Über eine einigermaßen offene API über die Dritte die sozialen Anknüpfungspunkte der Facebook-Nutzer ansprechen und im besten Sinne bedienen konnten. Neben dem Ansatz von Apple die wichtigste Innovation, die zum heute bekannten App-Universum führte.

Google+ ist da noch Äonen von entfernt nicht soweit, oder ist mir die Google+-API entgangen? Noch gibt es keine Anwendungen, die auf Google+ aufsetzen, bis auf die Spiele-Sektion, aber so etwas meine ich nicht.

Ich vermute, dass dies das Rennen des nächsten Jahres 2012 sein wird. Wer steuert die technisch beste und für Nutzer offenste API bei. Google oder Facebook? Und schwupp sollten wir einen Totgesagten wieder auf den Radarschirm nehmen: Twitter. In Sachen API-Soziotop sind die Jungs nämlich imho noch ungeschlagen!

Das Blog – Der Blog – Abschluss einer Diskussion

… die semantisch motivierte Genuswahl, bei der einem Lehnwort das Genus der deutschen Entsprechung (oder des am nächsten verwandten deutschen Wortes) verpasst wird (DAS Blog), ist nur eine von zwei Strategien. Die andere ist phonologisch: Das Lehnwort erhält das Genus eines lautlich verwandten Wortes. (Tatsächlich ist die Genuswahl noch etwas komplexer, aber das ist ein Thema für einen eigenen Beitrag.) Das Wort Blog ist nun lautlich identisch mit dem Wort Block, beide werden [blɔk] ausgesprochen. Und Block ist ein Maskulinum. Je stärker die ursprüngliche semantische Verwandschaft zwischen Blog und Logbuch also in Vergessenheit gerät, desto mehr setzt sich die phonologisch motivierte Genuszuweisung durch (DER Blog). Dass diese Erklärung stimmt, zeigt sich auch daran, dass die Vollform Weblog noch dominant als Neutrum verwendet wird.

Lese ich bei scilogs und stelle fest: Das Ende der Debatte ist da. Und anders als Mario sixtus es beschrieb, haben nicht “die Deppen gewonnen”, sondern sind die Bewahrer des Neutrums vielmehr engdgültig zu Ewiggestrigen mutiert, die nun zeternd am Rande der Geschichte sitzen bleiben, und die nicht wahrnehmen wollen, dass Sprache lebendig sich weiterentwickelt.

Google zeigt Bewertungen in Adwords/Adsense-Anzeigen

Ist uns gerade bei wer-weiss-was zum Suchbegriff “OTTO.de” aufgefallen, dass in den Adsense für Search (AFS) Anzeigen nun auch Bewertungen angezeigt werden. Ist das neu? Sind das nur Google-Bewertungen, oder bereits G+ oder andere Bewertungsquellen, wie Qype, Ciao und Co.? Kann man das als Werbekunde optional dazubuchen? Oder werden auch “schlechte” oder weniger schmeichelhafte Bewertungen angezeigt?

Wer-Weiss-Es? Buhler?

update: ok, erste Frage geklärt. Google verlinkt auf ein Suchergebnis. ;)

+T-Shirt – persönliche Note

Meine T-Shirts werden immer kryptischer und persönlicher. Eines meiner Lieblings-T-Shirts, das “FCSP Masochists like it auswärts” hat in einer, auch von sado-masochostisch orientierten Damen besuchten, Lokation in Frankfurt schon für viele lustige Gespräche geführt.

Vor allem Supporter von Kultureinrichtungen, wie Stadtteilvereine es ja auch sind, können sich mit herrlich kryptischen T-Shirts vom Mainstream abgrenzen … und darum geht es am Ende ja, oder? ;)

ACAB AB

via stpauli champs

Fakename Generator

Nach dem Bandnamen-Generator und dem Künstlernamen Generator ist in diesen Tagen der Fakename-Generator gefragt, der einem auf Knopfdruck eine falsche Identität für soziale Netzwerke, wie Facebook und Google+ verpasst.

Gerade für Menschen mit gehobener Paranoia (wie ich es bin/war) oder plomploms eine gute Erfindung. Nur, wer soll mich mit meinem neuen Profil finden?

Menno M. Lauridsen
Revninge Bygade 76
8641 Sorring

… oder besuchen?

Warum Facebook stirbt?

Facebook stirbt - Medientage Panel

Zugegeben, auch ich habe mir seinerzeit Gedanken über “Sterben als Geschäftsmodell” und möglichen Exit für Facebook gemacht. Dennoch wundere ich mich über dieses Panel auf den Medientagen München. Pikant, dieses Panel findet im Segment “Aus- und Weiterbildung” statt, so als spräche man nicht über eine Hypothese, eine provokante obendrein, sondern als betrachtete man Facebooks vollendete Zukunft. Digitales Futur II.

Sitzt da @tkulow auf dem Panel?

Kino.to Relaunch (Update: Kinox.to)

Update: Kino.to ist wieder da, wie der Mediendienst meedia meldet. Nu nennt sich der Streamingdienst für Kinofilme und TV-Serien Kinox.to und agiert unter neuer Domain wie bisher.

Der Relaunch der Filme-Seite Kino.to ist imho echt gelungen. Die feine Reduktion auf das Wesentliche und genug Weißraum für die Inhalte. Toll. Nur das mit der Interaktion gestaltet sich ein wenig schwierig.

Kino.to Website Screenshot
Kino.to Website Screenshot

Fehlt eigentlich noch der Papagei.

Berlin, 8. Juni 2011. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresen hat heute, am 08.
Juni 2011, einen konzertierten Schlag gegen das größte deutschsprachige
Filmraubkopienportal „kino.to“ geführt. Unter Leitung der Integrierten
Ermittlungseinheit Sachsen (INES) vollzogen Polizeikräfte in Deutschland,
Spanien, Frankreich und den Niederlanden Razzien in zahlreichen Wohn- und
Geschäftsräumen. Allein in Deutschland durchsuchten über 250 Polizisten und
Steuerfahnder sowie 17 Datenspezialisten bundesweit zeitgleich über 20
Wohnungen und Geschäftsräume und Rechenzentren. 13 Personen wurden
verhaftet. Nach einer Person wird gefahndet. Die Polizei hat die Domain „kino.to“
beschlagnahmt. Mehrere so genannte Streamhoster, bei denen die auf den
Portalen verlinkten Raubkopien abgelegt sind, wurden von den Behörden vom
Netz genommen. Anlass der Maßnahme ist der „Verdacht der Bildung einer
kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von
Urheberrechtsverletzungen“, wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden in ihrer
Presseinformation mitteilt.

Kuratieren ist das neue Suchen #buzzrank #curator

Seit heute ist der neue Buzzrank Curator online, eine Art Rivva light, also light im Sinne von übersichtlich und schnell konsumierbar. Björn @Ognibeni hat mir diesen Dienst letzte Woche beim Mittagessen vorgestellt und ich mochte ihn sofort. Zum einen, weil man ja nie sicher sein kann, wie lange Frank Westphal tatsächlich noch Lust auf Rivva hat, und weil es nie genug dieser Dienste geben kann.

Das kuratieren des Web und vornehmlich des Social Web nur Google oder Facebook zu überlassen, fände ich doof. Richtig deshalb, dass Buzzrank, ein Tool zum verfolgen und bewerten der eigenen Digitalen Reputation, seine gesammelten Daten so aufbereitet, kuratiert.

Dazu werden aus den Tweets der gut 700 Mitglieder des Curator Panels alle Links extrahiert und für jede verlinkte Webseite der aktuellen BuzzRank ermittelt. So entsteht ein Fluss von aktuell im Social Web viel diskutierten Inhalten. Je wichtiger eine Meldung zum jeweiligen Zeitpunkt ist (je höher also der BuzzRank ist), desto weiter oben erscheint sie. Im Zeitverlauf nimmt der BuzzRank wieder ab, die Nachricht wandert nach unten, neue News erscheinen.

Ich wünsche mir weitere curators. Für Fernsehserien vielleicht, oder Fluglinien.

Link: buzzrank curator

Mark Evil

Es geht eine merkwürdige Erleichterung durch meinen digitalen Bekanntenkreis. Google Plus ist da und plötzlich ist da sowas wie Aufbruchstimmung. Endlich, Google hat es geschafft, hört und liest man aus den begeisterten Blogposts und Twitter-Meldungen unweigerlich heraus. Dabei ist die Freude über die gelungene Inweltsetzung einer ernst zu nehmenden Konkurrenz keine Liebeserklärung an Google, sondern vielmehr Ausdruck eines tiefen Misstrauens gegen Facebook und seinen Übergründer Mark Zuckerberg. Dieser hatte das Ende der Privatheit ausgerufen und sein social network hatte sich in der Hybris des exponentiellen Erfolges auch so benommen, als gehörten die Nutzer und ihre Daten, ihre Bewegungen und ihr digitales Leben ihm.

Das haben immer mehr von uns nur widerstrebend mitgemacht. Vielleicht sogar nur als diffuse, in Amerika “German” genannte, Angst. Verborgen hinter den fröhlichen Statusmeldungen, weil die sozialen Kosten eines “Nicht-mitmachens” immer größer werden, je mehr und je länger wir den blauen Riesen (und damit ist schon lange nicht mehr IBM gemeint) benutzen.

Google+

Google ist nicht besser, hat keine endgültigen und befriedigenden Antworten auf das Thema “Privacy”, auch bin ich noch nicht abschliessend überzeugt, weswegen unser soziales Leben unter den Regeln privater amerikanischer Unternehmen organisiert werden muss. Aber Google hat eine entscheidende Lektion gelernt, sie schon lange in der DNA ihrer Unternehmenskultur verankert: Offenheit und Nutzerzentrierung. Offene Standards machen Google für Facebook-geplagte so interessant. Google hält sich permanent selbst in einer prekären Situation. Wenn morgen eine Suchmaschine entwickelt wird, die besser ist, dann ist Google weg vom Fenster. Diese triviale Erkenntnis von Marktmechanismen ist nicht neu, wird aber in vielen anderen Branchen, auch meiner eigenen, oft lange ignoriert. Googles Algorithmus adaptiert, so gut er kann. “When i lose its like winning”, hat Rapper Chamillionaire auf der mlove 11 in der hallensischen Provinz gesagt, und benimmt sich so, als meine er das auch. Für Google gilt dasselbe.

Was einem alten Trekkie die Angst in die Füße boxen kann, Stichwort “we will adapt” und “resistence is futile”. Anders als die Borg hört Google aber auf zu existieren, wenn wir es ignorieren. Obwohl, dieses Schicksal hat die Borg ja auch ereilt. ;)

Weiteres:

I am a Nerd too ;)
TNW about the acceptance of Google+
Google+ vs. Facebook

Legalise Kino.to

Nach dem Verbot und Abschalten der Film-Streaming-Plattform kino.to wird diskutiert. Die Industrie über die Verfolgung der Nutzer, andere, wie Tim Renner über das ungenutzte Potenzial dieser Nutzerschaft.

Richtig wäre statt dessen, auf Seiten der Produzenten zu akzeptieren, dass man keine Kontrolle mehr darüber hat, wer wann welchen Film schaut, und den Kunden ein Angebot zu machen, so wie es kino.to getan hat. Mit der Zusicherung besserer Qualität und rechtlicher Sicherheit kann man damit garantiert auch bessere Preise erzielen, als es kino.to tat. Die reine Existenz der Plattform, die man lahm legen musste, beweist, dass ein Markt da ist. Diesen nicht wahrzunehmen, ist Betrug an allen anderen (zum Beispiel auch den staatlichen Filmförderern), die Rechte an dem Werk erworben haben. Es treibt potenzielle Kunden in die Illegalität und schneidet Erlösberechtigte von potenziellen Einnahmen ab. Verbote ohne Angebote funktionieren nicht bei Volljährigen.

Mail an Facebook – Verknüpfungen von Fotos zu Profil löschen

Die Gesichtserkennung von Facebook lässt sich mit analogen Mitteln leicht umgehen, einmal verknüpft, ist es schwierig, denn (imho) braucht Facebook ja die Gesichtserkennung um dann zu entscheiden, welche Personen nicht markiert werden sollen (Opt-out). Stefan Keuchel (Privat HSV-Fan und beruflich Pressesprecher bei Google Deutschland) hat sich darüber beschwert, dass man die Funktion, seine Verknüpfungen zwischen Profil und Fotos zu löschen so schwer findet.

In seinen Kommentaren dann die Links, die weiterhelfen:
» Wie kann ich die Zusammenfassung der über mich für Markierungsvorschläge gespeicherten Informationen löschen?

Du kannst uns kontaktieren, um uns aufzufordern alle deine zusammengefassten Fotoinformationen zu entfernen. Dadurch wird die durch den Vergleich der markierten Fotos von dir gewonnene Zusammenfassung entfernt. Hinweis: Damit werden keine Markierungen entfernt und Freunde können auch weiterhin manuell Fotos von dir markieren.

Das sieht dann so aus.*

*Ich habe die Anrede geändert. Dienste, die ich als potenziell totalitär einstufe duze ich nicht. ;)

Der beste Schutz gegen Facebook Gesichtserkennung (funktioniert auch bei Google Picasa/Goggle)

Facebook eilt von einem Gesichtsverlust zum Nächsten. In unbeeindruckter Ignoranz startet das Social Network Datenschutz-sensible Dienste in Reihe, ohne die Nutzer entsprechend vorher zu informieren. Neuster Aufreger: Die Gesichtserkennung von Facebook.

Schnell finden sich findige Social Media Berater, die in Blogs zum Thema Tipps und Hinweise geben, wie man am besten sich gegen die Gesichtserkennung bei Facebook wehrt. Ring2 ist es gelungen einen todsicheren Algorhythmus zu finden, mit dem man Googles Goggles und Facebooks Gesichter-Erkennung garantiert aussperrt: Continue reading “Der beste Schutz gegen Facebook Gesichtserkennung (funktioniert auch bei Google Picasa/Goggle)”

Kein Gesicht auf Facebook

Facebook aktiviert die automatische Gesichtserkennung, lese ich aktuell bei netzpolitik.org, und klopfe mir heimlich auf die Schulter (nur ein wenig, keine Angst), denn ich habe bisher penibel darauf geachtet, dass es keine Fotos auf Facebook gibt, auf denen mein (ganzes) Gesicht zu sehen ist.

Irgendwie doof und ein wenig paranoid, gebe ich zu. Aber wer weiss, wozu das nochmal gut ist.
Auch wenn ich weiß, was “Facebook” übersetzt heißt. Dazke.

Update: Das waren noch Vorsätze. Leider ist das alles nun hinfällig ;)

Woizzer unbenutzbar

… zumindest für mich.

Woizzer, nach eigener Auskunft ein soziales Netzwerk für Sprache (“Spoken Media überträgt die Idee von Social Media in die Welt der gesprochenen Sprache”) verlangt nämlich obligatorisch den Abgleich mit dem privaten Adressbuch. Virales Marketing mit der Pistole auf der Brust, das mag ich ja besonders gerne. Schade.

Vielleicht lass ich die App drauf, so als abschreckendes Beispiel bei Präsentationen: Erlauben Sie Woizzer Zugriff auf ihr Adressbuch? -> Nein -> Woizzer muss Zugriff auf ihr Adressbuch haben, um … blablabla -> Ablehnen -> Erlauben Sie Woizzer Zugriff auf ihr Adressbuch? -> Nein -> Woizzer muss Zugriff …

Fußball-Networking #next11

Ich bin ein schlechter Konferenz-Einordner. Zum einen fällt es mir schwer, Konferenzen zu beurteilen, die in Berlin oder Hamburg stattfinden, also zuhause oder in der Vorstadt, und mit denen zu vergleichen, die im Ausland sind. Das liegt nicht immer daran, dass die internationalen besser wären, ich empfinde das nur oft so – vielleicht ein Effekt meiner Sozialisierung in den 80er Jahren, als alles englische einen hochbesonderen Nimbus genoss.

Auf der next11 in Berlin habe ich mich außerdem weniger in Panels oder Vorträgen aufgehalten, sondern viel “genetworked”, wie man das neudeutsch so nennt. Das Erweitern des eigenen Horizonts und professionellen Bekanntenkreises über Menschen, mit denen man sozial verknüpft ist. Ich bin hierbei ein Verfechter der Theorie der “weak ties”, also der Erkenntnis, dass die unverhofften und losen Bekanntschaften oft genug Anlass oder Ausgangspunkt für tolle Projekte werden können.

Seit ein paar Jahren trage ich meine Vorliebe für einen besonderen Stadtteilverein regelmäßig vor mir her, was beim Networken oft einen weiteren Effekt hat – man kommt nicht nur zum Thema der Konferenz ins Gespräch, sondern über die Schiene Fußball.

Gestern auf der next11 in Berlin war das mal wieder so. Wir saßen draussen, der Pottblogger (herzlichen Glückwunsch BVB Borussia zur Deutschen Meisterschaft) und fanden schnell Parallelen zwischen Fußballvereinen und Communities. Dazu gesellten sich weitere Konferenzteilnehmer. Vom FCA (Augschburg) und den Stuttgarter Kickers beispielsweise. Sympathische Menschen, mit tollen Ideen. Vielleicht demnächst mehr als lose Krawattenbrüder ;)

(Frage mich allen ernstes, ob das Fans vom HSV auch so geht – immerhin kann man mit denen in der Regel gut Frotzeln ;)

You have reached the Voice Mailbox of Bin Laden, Osama

Bereits seit 2001, kurz nach seiner Flucht in die Pakistanischen Berge, hat sich Osama Bin Laden, um mit der Außenwelt weiterhin verbunden zu sein, ein Konto bei einem damals beliebten UMS (Unified Messaging Service) eines deutschen Automobilkonzerns eingerichtet. Die Nummer funktionierte lange einwandfrei. Es war ihm sogar möglich Faxe zu senden, die dann beim Empfänger mit den Hinweis aus dem Faxgerät kamen, dass Osama Bin Laden powered by Merc**es B*** ist. Das ist alles lange her (Ringfahndung aus 2001) – Faxgeräte und kostenlose UMS-Dienste gibt es nicht mehr – Osama ist nun auch dahin. Nur daran konnten wir uns gewöhnen, dass nun die Sicherheitsstufen sicher wieder nach oben gehen – Immerhin will man ja Gaddafi und die rote Flora aus der Welt haben.

ruf_mich_an_osama bin laden

15 Jahre @werweisswas – Herzlichen Glückwunsch

15 Jahre wer-weiss-was Torte
15 Jahre wer-weiss-was Torte
Ich bin ein Riesen-großer Fan von wer-weiss-was, und wer mich kennt, der weiß, dass ich mich unter merkwürdigen, engagierten und streitbaren Seelen sehr wohl fühle. Heute wird w-w-w 15 Jahre alt. Ich durfte die letzten drei ein wenig mit begleiten – und freue mich auf die nächsten 15.


Tomorrow Internet 1998
Tomorrow Internet 1998
“Im Internet ja ne Ewigkeit*”, kalauert mir Peter in Ohr und tatsächlich, ich kann dem Prinzip von wer-weiss-was viel abgewinnen, dem Vermitteln von Know-how auf Gegenseitigkeit.
* Heute Vormittag kam Uli vorbei und hat uns zum Geschenk eine Tomorrow aus dem Oktober 1998 mitgebracht. Eine tolle Lektüre. So voller Freude auf eine Zukunft, die dann doch anders oder gar nicht kam.



wer-weiss-was-Newbies erkennt man an Badges, die weniger als 4.000 Tage zeigen ;)

Kurz nach seinem vierten Geburtstag verstarb #mybloglog

… genauer gesagt, verstarb mein Account bei mybloglog, der schon seit einer Weile ungenutzt in den Yahoo!-Datenbanken sein Untotes digitales Leben fristete. MyBlogLog war ein Dienst, der meiner Wahrnehmung nach schnell ein Spam-Problem hatte, und mit anderen guten Idee, wie Co-Comment nun den Weg allen digitalen gegangen ist, wie mir Yahoo! in einer E-Mail heute mitteilte: Continue reading “Kurz nach seinem vierten Geburtstag verstarb #mybloglog”

“Killer-App” E-Mail und Microsofts Traumwelt

Henrik Schapp von Microsoft: “Nicht mehr Suchmaschinen, sondern Emaildienste sind bald die Startseite fürs Netz” – #these #steil #dcd2011

Es hat gestern beim Digital Consumer Day, zu dem der social media club hh sowie der Hightech Presseclub geladen hatten, zu einiger Verwunderung geführt, als der Microsoft Manager von Windows Live die E-Mail zur neuen und zukünftigen Killerapplikation erhob. Heute fallen mir nun die dazugehörigen Daten in den Google Reader (früher wäre es das Postfach gewesen). Continue reading ““Killer-App” E-Mail und Microsofts Traumwelt”

Das Vodafone Dilemma


Vodafone hat für die ägyptische Regierung Propaganda verschickt. Und muss sich nun gegenüber Kritikern und vor allem Kunden, bspw mir, verantworten. Dabei kann sich Vodafone auf juristisches Terrain zurückziehen, dass diese Vorgehensweise vom agyptischen Recht gedeckt sei – und man sich eigentlich auch kaum dagegen hätte wehren können. Ganz abgesehen davon, dass die Möglichkeit, die Bevölkerung in Ausnahmesituationen über die Mobile Operator zu informieren, eine Spitzeneinrichtung ist, wenn man schnell Warnungen verbreiten will – ich denke da nur an einen Tsunami oder Atom-Unfall (GAU).

“Hütet euch vor Gerüchten”, “Bewahrt dieses Land”, “Ägypten beschützen”: Handy-User in Ägypten bekamen in den letzten Tagen Kurznachrichten wie diese aufs Telefon gesendet. Verschickt hat sie unter anderem Vodafone – auf staatlichen Befehl, wie das Unternehmen sagt. (Spon)

Allein das reicht nicht. Continue reading “Das Vodafone Dilemma”

Geselliges Social Web

drop of water in spiders net

Es muss nicht immer gleich eine Revolution sein. In Deutschland reicht da schon eine Hausräumung, wie die aktuelle in Berlin, um die kommunikativen Vorzüge des social web und seiner Apps zu verstehen. Außerdem eignet sich das gruscheln, liken, lesen und followen auch spitzenmäßig dafür, einfach in Kontakt zu bleiben, oder Kontakte zu finden:

Dass ich diese Saison schon bei 2 Auswärtspielen und 7 Heimspielen der FC St. Pauli war, liegt schlicht und einfach daran, dass ich über Twitter einen Freundeskreis kennengelernt habe, der im RL (Real Life, Anm. d. Red.) zusammenkommt, um die Spiele zu sehen und diejenigen, die nicht können virtuell daran teilhaben zu lassen. Wer also behauptet, das Social Web würde die Menschen in der Realität vereinsamen lassen, irrt gewaltig. Dieser rote Faden, das virtuelle Kennenlernen und Kontakthalten mit der Chance auf Begegnungen außerhalb des Cyberspace, zieht sich durch “mein” gesamtes Social Web – @foxxibear

Facebook Places und die Privatsphäre

Privatsphäre Einstellungen Facebook Orte
Privatsphäre Einstellungen Facebook Orte

Bei Facebook muss man immer hinterher sein, wenn es um die eigene Privatsphäre geht, manchmal schwindelt Facebook auch. Solltet ihr Facebook Orte benutzen und nicht wollen, dass eure Kontakte Angebote von Sponsoren bekommen, in denen euer Besuch werbend genutzt wird, dann solltet ihr obige Einstellung “Orte, die ich besuche” in “Informationen, die durch deine Freunde zugänglich sind” abhaken.

Kurz zusammengefasst funktioniert das neue Marketing-Tool wie folgt: Checkt User A über Facebook-Places in einem Starbucks ein oder gibt einen Kommentar über ein Starbucks-decaf-no-fat-milk-but-chocolate-cream-vanilla-tall-mokka ein, erscheint das in dessen Timeline. Soweit nichts Neues. Hat aber Starbucks die „sponsered story“ gebucht, erscheint dieser Kommentar samt Foto auf der Werbefläche im Profil von „Freunden“.

Eine juristische Einschätzung lese ich hier gerade dazu — und bin immer wieder erstaunt über die Impertinenz dieses Unternehemens, mit “meinem Namen” zu werben.

Im Echoraum verstrahlter Egomanen? #Berlin

“Die Shitstorms der letzten Jahre waren allesamt laue Pupse, nicht mehr. Anders ausgedrückt: Berlin Mitte ist nicht Deutschland, es gibt anderswo oft noch wichtigere Themen als irgendeine Tigerkralle oder ein amüsierendes Weblog, das offline gegangen ist. Wo ist eigentlich der Shitstorm zur Hartz IV Erhöhung? Oder der Shitstorm zum Dioxin-Skandal? Der Shitstorm gegen die schwarz-gelbe Bundesregierung?”

… fragt sich Nico Lumma in seinem Blog – und meint den letzten Aufreger um Nerdcore. Und ich pflichte ihm bei, dafür blogge ich lange genug ;)*

* und kein Halbfinale in Sicht 2011 ;)