Galaktisch

In zwei oder drei Milliarden Jahren wird unsere Milchstraße mit dem Andromeda-Nebel fusionieren. Sie werden ein paar Jahrhundertmillionen umeinander hertanzen und dann verschmelzen.

„Zwei oder drei Milliarden“, Du willst es ganz genau wissen. „Sag ich doch, zwei oder drei Milliarden“. Und kein Schwein wird sich daran erinnern, dass die Dinger Milchstraße und Andromeda hießen.

Wir liegen auf dem Rücken, der Sand in Laboe ist noch warm von der umwerfend sonnigen Woche, die hinter uns liegt. Du schaust in die Sterne, ich schaue Dich an. Deine Nase hat mir immer schon gefallen, die von der Seite wie ein fast perfektes Dreieck aussieht. Ich muss unwillkürlich an einen Schwertfisch denken, wenn ich Dich sehe, aber das kann ich Dir natürlich nicht erzählen, das würde man ja kaum als romantisches Kompliment verstehen. Schade, denn im Grunde ist es eines.

Im Augenwinkel sehe ich die Existenz eines Kometen zu Ende gehen, er zerbricht in drei Teile, die hell über den Himmel jagen. „Ooooaaahh“, rufst Du begeistert. Und ich hoffe, dass Du Dir dasselbe wünschst, wie ich. „Galaktisch“ weiterlesen

Für die Stunden im Büro: Meeresrauschen und Segelfilme

Das Geräusch der Ostsee, wenn man mit dem Blick auf den Leuchturm in Schleimünde beim Sundowner sitzt, oder das Rauschen der See, wenn dine Yacht durch die Dänische Südsee pflügt, das wollte ich gerne erhalten. Für die Stunden, in denen es im Büro oder anderswo mal wieder drunter und drüber geht: „Für die Stunden im Büro: Meeresrauschen und Segelfilme“ weiterlesen

2000 mal Seenot

Bei 2.106 Einsätzen haben die Seenotretter der DGzRS, der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, 1.323 Menschen aus Seenot gerettet und Gefahr befreit. „Das verdient eine gewaltige Flut, mit der sie auch in Zukunft jederzeit auslaufen können, wann immer Menschen in Not sind – eine Flut von Spendengeldern!“, sagt der neue „Bootschafter“, Autor Frank Schätzing.

Dem ist nicht viel hinzuzufügen, außer euch immer eine Handvoll Wasser unter dem Kiel zu wünschen.
Spenden online – >>

Infos via DGzRS.de

Opa bekommt ein Angebot, das er nicht abschlagen kann

2011, fast die Hälfte aller Rentner und Rentnerinnen gehen in Frührente. Die staatlich kontrollierten Medien versuchen auf absurde Weise, das wie eine Freiwillige Entscheidung Vergnügungssüchtiger aussehen zu lassen. Ich sitze gerade beim Frühstück, meine Tochter liest ein Buch.

2031, ich habe gestern ein Angebot eines australischen Medienunternehmens vorgelegt bekommen, auf das ich heute noch antworten wollte. Ich sitze gerade beim Frühstück, im Cockpit meiner Najad 33. Sie ist wie ich selbst ein wenig in die Jahre gekommen, aber noch gut in Schuss. Was die Werft für sie, ist der zweimonatliche Ausflug in die Wellness-Stadt Bergen für mich.

Streamco sucht einen Projekt-Grandfather für ein Jahr, 12 Wochenstunden á 400 Gold-Dollar. Das kann sich sehen lassen. Genauso wie die Wettervorhersage für die westliche Ostsee. Sonne, 21 Grad und Wind aus Ost mit beständigen 3 bis 4 Bft. Nach meinem kleinen Schlag, rüber nach Marstal, werde ich zusagen.

Spargel gezogen


Ich hätte mich ja nu nochmal sehr gefreut, wenn ich nochmal nach Marstal gekommen wäre diese Saison. Nun, streng genommen wäre das sogar noch drin, ich müsste nur motoren, denn am WE habe ich meinen und einige andere Masten, auch Spargel genannt, gezogen. Nun sieht unsere Ohlson 8:8 richtig traurig aus, so ohne Rigg und ein wenig Wehmut macht sich breit. Ach, was, nix „ein wenig“! Ich will keinen Winter, ich hasse den Januar und hab jetzt schon Bammel vor dem Raus- und Reinkranen.

Sonntags auf der Kieler Förde

Schaut man von Laboe hinein in die Kieler Förde, so wähnt man sich auf der Alster an einem der ersten Frühlingstage, alles voll mit Segeln. Vor Schilksee verwirren mehrere Kleinstregatten den Sonntagssegler. Wo durch?

Ein wenig weiter draußen wird es ruhiger, nur noch einem Kümo ausweichen und der Faähre nach Göteborg, dann liegt sie vor mir die Ostsee. Die Mitsegler werden immer weniger, manchmal, so wie heute, kristallisiert sich ein ebenbürtiger Segler heraus, der auch noch den gleichen Kurs hat. Eine Hallberg-Rassy 32, einen guten Meter länger, dafür habe ich ein Schlauchboot hinten dran – ausgeglichen. Es geht vorbei an Stein und heraus aus dem Fahrwasser, dorthin, wo lauter Munition auf dem Ostseeboden liegt. Halbe Strecke nach Fehmarn drehe ich um, es ist Sonntag, da muss ich leider wieder nach Strande zurück. Lasse die Hallberg-Rassy ziehen, an mir vorüber. Der Wind hat aufgebrist auf 4-5, halben Winds bis locker am Wind, das ist ihrer. Haben sie vernascht – nun gemütlich zurück. Der Steuerbord-Bug gefällt mir besser, die Schraube dreht hier nicht mit, es wird ruhig.

Über der Förde ziehen Wolken auf. Nachher soll es gewittern. Und wie.

Raus aus der Koje

Raus aus der Koje, die Sonne scheint. Reise, Reise, die ganze Pier steht voll nackter Weiber. Nicht nachdenken, reinversenken in den Morgen, auftauchen. Wer hat das eigentlich geschrieben, dass morgens um sieben die Welt noch in Ordnung ist? Wessen Ordnung denn? Dem Welten Joch entrückt, noch beschützt. Es stimmt, ich schwebe noch, dieses geborgene Erwachen, etwas orientierungslos, mit dem Geruch nach frischem Kaffee und frühem Tau, dem der Duft der Nacht noch anhaftet. Aufstehn, die Rücknahme des Traums schmerzt. Ausruhen kann weh tun, ab irgendwann. Peter sagt immer, dass man sich nach acht Stunden Schlaf peux a peux selbst vergiftet. Ob das stimmt weiss ich nicht. „Raus aus der Koje“ weiterlesen

Die Dame aus Marstal

Marstal

Marstal, quasi Hauptstadt, weil grösster Hafen auf der Südseeinsel Ærø, hat eine bewegte Vergangenheit als Handelshafen. Heute liegen Sportyachten in denselben Päckchen, wie vor 100 Jahren die Neufundlandfahrer, der Stolz der südfünischen Seeleute.

Auf Ærø ist öfter gutes Wetter, als im Rest der westlichen Ostsee. Vielleicht heiraten deswegen so viele Menschen hier. Und trotzdem hat Ærø ein Problem: ihr wandern die Bürger ab. Seit kurzem gibt es eine Broschüre, die die Schönheiten und Vorzüge der Insel beschreibt. Am Ende ist die Adresse einer Dame zu finden, die sich um die Formalien einer Einbürgerung als Insulaner kümmert. … ;)

Kieler Woche ist vorbei, und die Sonne scheint.

„… das ist doch zum Kotzen“ „Die Vögel scheissen Dir das Boot voll, das ist doch zum Kotzen“ schimpft Gerhardt. „Ja, dann ist das halt so“, sagt Bernd, der Fische putzt.

Morgens beim Fischer in Strande #Ostsee

Moin.

Moin.

Was gibt’s denn heute?
Butt und Steinbutt.

Einen Eimer voll, bitte.
Gerne.

Bei dem Wetter kann man ja wieder mal baden gehen.
Ja, aber nur oben, unten wird’s kalt.

Die olle Strathmann geht ja immer nur schwimmen, wenn es kalt ist. Wenn es warm wird geht sie in Keller.

Die Frau lacht kehlig. Fast wird ein Husten daraus.
„Kopf ab?“ – „Ja bitte.“

Kopf hoch, mein Freund

Lass sie nur die Köpfe hängen lassen,
Wenn die Köpfe ihre eignen sind.
Wir, wir wollen unsre Segel brassen
In den Wind.

Wir, in unserm Alter, wollen wissen,
Dass der Weg nun wieder rückwärts führt. –
Glücklich, wer den freien Drang noch spürt,
Das Getrunkne über Bord zu pissen.

Wenn die Wetter lange düster grollen,
Glücklich, wer dann trotzig lächeln kann,
Ohne Herr der Woge sein zu wollen;
Sondern nur „auf See ein Fahrensmann“.

»Joachim Ringelnatz«

Strande am Rande der Welt

Das einzig mühselige am wochenendlichen Seglerleben ist der weite Weg zur Dusche. Gerade sonntags morgens schlurft man gerade erst halb lebendig über die Schlengel, grüßt automatisiert jeden Entgegenkommenden. Heute habe ich mich erschrocken, das erste Mal, als sich das Gesicht des mich grüssenden, „Moiiin“, langsam in einen guten Bekannten verwandelte. Ihm ging es genauso, das war ihm anzusehen, und zu hören, wenig später. „Mensch, oha, was machst Du denn hier?“, ja wir hatten uns beide entschlossen, dass ab diesem Sommer segeln angesagt ist. Er hatte sich dafür eine italienische Geliebte genommen, ein beeindruckendes und schnelles, und sehr junges Ding. Nicht zu vergleichen mit unserer Ohlson und fast 10mal so teuer. „Strande am Rande der Welt“ weiterlesen

Einhand auf der Förde

Heute stand eine weitere Premiere an: das erste Mal Einhand mit unserer Ohlson 8:8 über die Kieler Förde.

Der Wind blies gnädig mit 2-3 Bft. aus WSW, das Großsegel war noch beim Doc, also mit der Rollgenua halben Winds in Richtung Wentorf – und Retour.

Auf dem Weg eine weitere Ohlson 8:8 getroffen, sich fröhlich zuwinkend wieder getrennt, ich zurück nach Strande. Zum Mittagessen beim Fischimbiss: Schollenfilet im Brötchen.

Heiss den Jolly Roger

Der Wind weht schwach aus Nordwest, hinüber nach Rostock. Für die hat gerade die dritte Liga begonnen. Gestern vor drei Monaten sind wir der zweiten Liga entronnen. Es lächelt wieder innen, wie schon den ganzen Sommer über.

Heiter schmeißen wir heute die Leinen los, den Jolly Roger an die Backbord Saling geheißt, in Richtung Hamburg – gaanz sudsche.

Die Damen ut Maasholm

Im Hafengrill von Maasholm arbeiten fünf Damen, geschwätzig für drei. Ihre Männer arbeiten bei den Seenotrettern, die ein schmuckes Bootshaus besitzen, hundert Jahre alt.

Ein Bier kostet beim Imbiss 1,60 plus Pfand, und noch eine Kleinigkeit dazu. Die Damen wollen nämlich nach Hawaii. Da zählt jeder Groschen. Hihi, sie kichern. Ich stecke 2 EUR in das Schiffchen an der Ausgabe. So sind ihre Kerle wenigstens weiter beschäftigt, und wer weiß, vielleicht bleibt Zeit für einen Trip nach Kalifornien, wenn er draußen Sportsegler rettet. Kalifornien in Holstein.

Segel-Törn-Planer (Linksammlung)

*** offene Seekarten – open SeaMap ***

Das wohl beeindruckendste Projekt im Zusammenhang mit Törnplanung 2.0 ist imho die open SeaMap. Wie ihr großer Bruder, die open StreetMap leisten Freiwillige die Kartografie und durch Zusammenarbeit vieler wird ein Produkt, das wenigstens zur Grobplanung gut geeignet ist. Die openSeaMap ist unter CC-Lizenz frei verfügbar.

Open Sea Map
– Maps und Projekt-Files zum Download bei sourceforge „Segel-Törn-Planer (Linksammlung)“ weiterlesen

Sommer in Strande, Segeln auf der Kieler Förde

Fast einen Monat nach der Sommersonnenwende wird es an der deutschen Ostsee-Küste gegen 21:30 Uhr duster. Das Wetter des nächsten Tages kündigt sich heute in besonders intensiven Blau-Lila-Rose-Tönen an. Es ist Hochsaison, die Förde ist voller Segler. Wir klarieren unsere Ohlson 8:8 und machen erste Bekanntschaften im Hafen von Strande. „Sommer in Strande, Segeln auf der Kieler Förde“ weiterlesen

Segeln, wie es gewesen sein soll

Als Segeln noch Knochenarbeit, Skorbut und Blockade hieß, die eine israelische Intervention, wie Kindertheater aussehen lässt, wurde es in der Kunst romantisch. Irgendwie kann ich mich in Marine-Bildern, wie in der aktuellen Ausstellung in der Kunsthalle Hamburg zu sehen, verlieren. So wie als Kind im Arbeitszimmer von Pipos Vater. Der hat Miniaturschiffe gesammelt, mit denen wir Schlachten nachstellten. Heute stellt auch er sie aus. An eingen muss die Kanone fehlen – die waren dann in unserem Spiel versenkt worden.

Segeln, was das Zeug hält
Niederländische Gemälde des Goldenen Zeitalters
4. Juni bis 12. September 2010
Hubertus-Wald-Forum

Foto:
Ludolf Backhuysen (1630–1708)
Niederländischer Angriff auf der Medway: Die „Royal Charles“ wird in niederländische Gewässer gezogen, 12. Juni 1667
Öl auf Leinwand, 121,9 x 198,1 cm
© National Maritime Museum, Greenwich, London

-via

Segeln Extrem (Video)

Das Gefühl, das dort, wo eben noch Dein Schiff war, auf dem Du Deinen Fuß absetztest, so normal, als wäre das keine wackelige Insel auf der Du da rumturnst, nun gähnende Leere sich erstasten lässt, das kenne ich auch. Außenbords sich wiederzufinden ist kein schöner Schreck. Nur so extrem … oha.

DGzRS: Suchbild mit Sturm (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger)

Suchbild mit Sturm

Ich spende bspw. immer wenn ich mir einen Wein kaufe. In meinem Weinladen unten im Dorf steht eines der schönen alten Schiffchen, die meine Kindheit begleitet haben. Bei jeder Faßbrause mit Gummi-Smiley im BSC gab’s den Rest des Kleingeldes ins Schiffchen. Das halte ich immer noch so.

Zuletzt habe ich in München bei den lokalen Paulianern den aufgerundeten Teil der Zeche in’s dort stehende Schiffchen getan. Ein Automatismus, den ich leider nur mühsam ins heimische Leben portieren kann.
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