Die Leiden des Lukas Podolski

… und das Konzept Nation stellt sich selbst in Frage.

Es sei ihm egal, ob Lukas Podolski verhalten sich freute, ob er sich überhaupt freute, Hauptsache er schiesst die Tore, das Freuen übernehmen dann schon wir, hat Oliver Bierhoff sinngemäß gesagt. Das trifft wohl die Gefühlslage der meisten Deutschlandfans. Ein wenig komisch ist das aber schon, denkt man darüber nach. Richtig greifbar wird der emotionale Konflikt, als Lukas zu seinem Vater in den polnischen Block geht, nach dem Spiel in einem polnischen Trikot. Man kann ihn sich eben auch auf der anderen Seite vorstellen.

Umso schöner diese Bilder, auch von dem holländischen Sir Beenhacker, der sich von der so rückwärts gewandten Springer-Chauvi-Peinlichlkeit deutlich distanzierte. Sowieso denkt der Schelm in mir an eine gewollte Steilvorlage des polnischen Arms des blutroten Boulevards für die deutsche BILD. Ein Fest, dass diese Form der schlimmen Emo-Hetze nur noch 140 dumpfe erreicht, die die Schweizer wie Käse eingelocht haben.

„Mitten im Zielzentrum“

So muss sich das anfühlen, wenn man als Politker im Wahlkampf sich befindet. Immer wieder wiederholt man, was man selbst, oder die Menschen in der Partei für die man da gerade steht, denken und meinen. Solange, bis man das selbst nicht mehr hören kann. Es nutzt sich ab, und kann doch so wahr sein. Man hat einfach keine Lust mehr.

Stelle mir vor, dass ein frustrierter dann die Idee hatte Luftballons an den Ständen zu verschenken, damit man die zu Stuss gewordene eigene Meinung nicht mehr verbreiten muss. Bei wirklichem Stuss und der aufgedrängten Meinung ist das komischerweise nicht so extrem: der Wiederwillen gegen die Abnutzung durch Wiederholung.

Da ist man dann sehr froh, wenn etwas in der Welt passiert, das einem hilft. Die eigene These, nunja, vordergründig und boulevardesk unterstützt. So wie die Onlinedurchsuchung und der vereitelte Terroranschlag von Deutschen für Deutsche. Einerseits freut man sich da, kommt sich aber auch ein wenig als „Trittbrettfahrer“ vor. Immerhin, man hat schon sooo oft davon gesprochen, als „Nachahmer“ kann einen da niemand an den Karren fahren.

Nun denn. Zum gefühlt zwanzigsten Mal:

Those willing to give up a little liberty for a little security deserve neither security nor liberty.
Benjamin Franklin

Pop voraus

Es ist ein Phänomen für das es bestimmt einen Namen gibt – und einen Experten, das Voraus in gesellschaftlichen Diskussionen, das dann beim Eintreten der Klima-, Renten-, oder Dingsda-Katastrophe als gelutschter Drops daher kommt, noch einmal aufgewärmt auf dem Boulevard dann phlegmatisch hingenommen wird.

Le Conferencier, gelegentlicher Gastblogger hier, hat sich des Themas Klimawandel und der naiv-niedlichen Warnungen in Zeiten des Überfluß, während der Neuen Deutschen Welle angenommen.

Sie philosophierten über ein „Tretboot in Seenot“, begehrten die „Sennerin vom Königssee“ und wollten „Einmal nur mit Erika“ dieser Welt entfliehen. Durch unsere naiven Plattenkäufe machten wir so manchen deutsch singenden Künstler zum Penthouse-Besitzer. Den Pulitzer Preis hätte keiner der Songschreiber abgeräumt. Aber in einigen wenigen Songs verbarg sich eine beklemmende Botschaft, die heute dank der bevorstehenden Klimakatastrophe aktueller und realer denn je erscheint.

BILD und der Mercedes Hymnenstreit

Chauvinistische Scharmützel mit ihren großen englischen Vorbildern entspringen bei der BILD einem lang kultivierten Minderwertigkeitskomplex. So bissig, so gesellschaftlich relevant, wie die SUN oder der Mirror möchte sie gerne sein.

Da kommt der angebliche Hymnenstreit um das McLaren-Mercedes Team gerade recht.

Aus rein chauvinistischer Sicht allerdings eigentlich gar kein Thema. Wäre BILD so konsequent bösartig, wie ihre englischen Vorbilder, hätte sie sich nicht nehmen lassen zu erwähnen, dass die Hymne „God save the Queen“ ein deutsches Pendant hat.
Und „Heil Dir im Siegerkranz“ passt ja sowieso besser zum Thema.

So bleibt nur der Eindruck eines kleinen verschämten Stücks deutschen Boulevards – von „Größe“ keine Spur. Das englische Original schmettert sich ja auch viel schöner.

Vgl. Bildblog zum Thema: BILD, Mclaren und das Original

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Jesus und der Boulevard

Habe heute Morgen ein wenig in der Immendorf Bibel gelesen, die die BILD letztes Jahr herausgebracht hat. Erstaunt erlas ich mir dort wieder, dass Herodes Jesus eigentlich begnadigen wollte. Pilatus wohl auch.

Der Mob, quasi das altertümliche Pendant der BILD hat seinen Körper an das Kreuz gefordert – „Wir sind das Volk!“. Gegen die Begnadigung eines galiläischen RAF-Terroristen namens Barrabas übrigens. Sowas macht deutlcih, wie perfide und fies die Prüfungen Gottes sein können, Kinder.

Duftwässerchen sind da gar nichts gegen!

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Äh, Edmund Stoiber, Äh, elder statesman

„Die Leute werden sich daran gewöhnen müssen, dass ich die Dinge deutlicher ausspreche als in der Vergangenheit.“

Das hat der Stoiber, Edmund gesagt. Heute an seinem politischen Aschermittwoch.
Wer jedoch denkt nun sei alles vorbei, der irrt. Als ehemaliger Staatschef darf man sich einmischen und engagieren. Vorzugsweise für das Klima oder die Beseitigung von Landminen.

Landminen gibt es in Bayern nur im übertragenden Sinne. In der Politik und als Fladen auf den Feldern und in Münchner Boulevard-Gazetten. Das hat Edmund Stoiber mit dem heutigen Tag hinter sich gelassen.

So sehen wir ihn womöglich am 7-7-07 auf der Bühne.

Foto: Stoiber.de

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hosteurope: Ringfahndung disabled

Nachtrag, 19:12 — jetzt trudeln wieder normale Anfragen über Google ein. Gott seis gedankt, Freenet verlinkt auf ein anderes Blog. Dann gehe ich jetzt mit einer Mentholzigarette in die heisse Badewanne. Gute Nacht.

Nachtrag, 18:36 — jetzt gehen auch die Kommentare wieder. Der hier gefällt mir am Besten:

blondinenwitz bitte zumailen Danke
Posted by: Klaus Vollmer at 04.01.06 16:46


Nachtrag, 18:22 — ein netter Support bei HostEurope hat mich freundlicherweise bei der Einkreisung des Problems unterstützt. Es schaut so aus, als habe der Traffic von Freenet in Verbindung mit dem statwatch-Plug-in für MT 3.2 massenweise Perlprozesse in Gang gesetzt.
Habe das Plug-in jetzt deaktiviert. Scheint zu laufen.
Die User von Freenet sind auch nach Hause gegangen, die Zugriffe sinken wieder ;)


16:22 —

Service Temporarily Unavailable
The server is temporarily unable to service your request due to maintenance downtime or capacity problems. Please try again later.
Apache/1.3.31 Server at www.imagineradio.de Port 80

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Haarspalterei in der Gegenwart

Das online Magazin „Die Gegenwart“ macht in seiner aktuellen Ausgabe mit Johnny Haeusler und Mario Sixtus auf. Zwei Autoren mit wenig Haaren und jeweils prominentem Weblog.
Das erfreut die gesamte Dorfgemeinde. Ist ein bischen wie beim Friseur. Bloggen ist wohl doch die neue Form des Boulevard.

Viel interessanter als die Frisuren der „Berufsjugendlichen“ (ich darf das sagen, bin selbst einer) ist doch der Umstand, dass ein online Magazin, „Die Gegenwart heisst. Ausdruck einer gebrannten Generation, die sich im Hier und Jetzt geborgen fühlt. Eigenwillig.

Empfehlen möchte ich unseren jüngeren Lesern den Artikel das Interview über mit Peter Glaser. Bloggt der eigentlich?

Übrigens:

Demnächst werden wir alle über unser Leben im Internet ein Logbuch führen, glaubt Loïc Le Meur. Und das ist auch gut so, findet er.

schreibt der hier erwähnte Herr Sixtus in einer früheren Ausgabe von „Die Gegenwart“.

Warum ich das erwähne? Nur so. Und wegen dem „Und das ist auch gut so“.

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Sexsüchtiger BILDredakteur?

Foto: Bildblog.deDas BILDblog berichtet heute über die Gangbang-Schlagzeile von BILD.
(Artikel unten)
Besonders aufgefallen ist uns folgende Passage:

Was steckt hinter dieser Geschichte? Anscheinend keine Porno- oder Puff-Werbung, sondern tatsächlich die Aktion zweier Frauen, die — nach Angaben des beteiligten Bordells, das den Artikel sofort stolz auf seine Homepage gestellt hat — seit Jahren in der „Swinger- und Gangbang-Szene“ unterwegs sind. Durch Zufall habe ein „Bild“-Redakteur eine E-Mail bekommen, mit der die beiden Frauen ihre Aktion in diesen Kreisen bekannt machte.

Ja mei. Ist denn der BILD-Redakteur am Ende selbst ein guter Bekannter in dieser Szene? Wir möchten es fast annehmen. Nur unter satirischen Gesichtspunkten natürlich (Hmm Feierabend, jetzt schön in den Sling hängen;)

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